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Neues Art Brut & Outsider Art-Museum in Zürich
13.01.2014
Neues Art Brut & Outsider Art-Museum in Zürich
All you need is passion – Musée Visionnaire ist eröffnet
Zürich. Seit Ende November 2013 kann man Outsider Art im neuen Zürcher Musée Visionnaire entdecken. Betrieben vom gleichnamigen gemeinnützigen Verein, bereichert das Haus den Kulturkalender der Schweizer Großstadt mit besonderen Ideen und zeitgenössischer Kunst außerhalb der Normen. Gelegen zwischen Hauptbahnhof und Kunsthaus bietet es prominenten Platz für die Kunst von Außenseitern: Art Brut sprengt Grenzen, ist überwältigend, kennt keine Konventionen und ist manchmal schwer erträglich, fragil oder vergänglich. Die Öffentlichkeit soll dies nicht nur sehen, sondern aktiv teilhaben, Diskurs ist angesagt, wie es die Veranstalter formulieren.
Der Name des Museums bezieht sich zum einen auf den englischen Begriff der Visionary Art, der auf den bald bahnbrechenden, bald obsessiven Charakter der Kunst verweist, zum anderen auf das Bestreben, die Besucher aktiv in den Prozess der Kuration einzubinden.

Die Kuratoren Rea Furrer und Rémi Jaccard zeigen Werke, die außerhalb der (so genannten) normalen Gesellschaft entstanden sind. Jaccard in einem Interview zum Trend der Outsider Art: „Ich glaube, das hat mit einem ¬stärker werdenden Bedürfnis nach Authentischem zu tun. Nach Einflüssen, die nicht akademisch verkopft sind. Es gibt immer wieder Phasen, in ¬denen die Kunst das Wahrnehmbare zu erweitern versucht.“

Die Sammlung des Visionnaire besteht aus Bildern, Skulpturen und Objekten von über sechzig vorwiegend europäischen KünstlerInnen, mit Exponaten von namhaften "Outsidern" wie Ilija Bosilj, Oswald Tschirtner, Josef Wittlich, Michel Nedjar oder Carlo Zinelli, neben weniger bekannten Newcomern wie Gregory Blackstock, Paul Amar oder Arbeiten des italienischen Ateliers La Tinaia. Als Wechselausstellung ist in diesem Winter die Exposition „All you need is passion“, vom 22.11.2013 bis 15.03.2014 zu besichtigen, mit Werken von Graham ACKROYD, Christiane ALANORE, Paul AMAR, Ulrich BLEIKER, Guido BONI, Giovanni GALLI, Wolfgang HUEBER, Michel NEDJAR, Heinrich REISENBAUER, Gérard RIGOT, André ROBILLARD, Volkmar SCHULZ-RUMPOLD, PASTORE, Oswald TSCHIRTNER u.a.m.


Musée Visionnaire
Predigerplatz 10, CH-8001 Zürich
Tel. +41 44 251 66 57
Geöffnet Mittwoch bis Samstag 14.00 – 18.00 Uhr, sowie jeden 18. im Monat von 18.00 – 22.00 Uhr.
www.museevisionnaire.wordpress.com
09.01.2014
SHG SeelenLaute Merzig 2014, für seelische Gesundheit und Inklusion
Selbsthilfegruppe Psychiatrieerfahrener engagiert sich für Merzig-Wadern
Merzig. Seit 2010 ist die Selbsthilfegruppe SeelenLaute Merzig, als eigene Ortsgruppe der Landesinitiative Selbsthilfe SeelenLaute Saar im BPE e.V., für das nördliche Saarland aktiv, damit gerade dieser ländliche Landkreis mit Selbsthilfeangeboten nicht vernachlässigt ist. Man trifft sich regelmäßig zu Erfahrungs- und Informationsaustausch in einem Cafe zentral in Merzig-City, darüber hinaus in Privaträumen und bedient Merzig-Wadern mit Informationen zu Selbsthilfe-Alternativen für (mehr) seelische Gesundheit. Per Öffentlichkeitsarbeit, per Projektveranstaltungen, per regionaler Forenmitarbeit, und mit Präsenzen an Fachtagen dieser Region. Man arbeitet dabei zudem z.B. mit der psychotherapeutischen Praxis Dr. Doenges (Losheim am See), mit dem Hilfezentrum Per la Vita (Wadern-Morscholz) oder dem Verein GauGriis (Beckingen) bewährt zusammen.

Die SHG unterstützt Kontaktfindungen gerade auch kreativ ambitionierter hiesiger BürgerInnen mit psychischen Handicaps, so mit Begleitungen zu Fach- und öffentlichen Veranstaltungen, sowie mit individuellem Besuchsdienst. Weitere Informationen und Kontakt über die zentrale SeelenLaute-E-mail-Adresse: selbsthilfe_seelenlaute-saar@email.de
Quo vadis Persönliches Budget? Neue drastische Einschnitte
08.01.2014
Quo vadis Persönliches Budget? Neue drastische Einschnitte
Auch KünstlerInnen mit psychischen Handicaps sind Budgetnehmer
Saarbrücken und Berlin. Weitere Probleme für die Teilhabe in der Republik. Im Saarland wird das Persönliche Budget für BürgerInnen mit Behinderungen erneut beschnitten. Das Landesamt für Soziales (LAS) teilte zum Jahreswechsel eine allein entschiedene Neuregelung mit, einschließlich "Verpreislichung", die rechnerisch Kürzungen von 20 bis 50 Prozent bedeutet. Gleichzeitig soll die Wahlfreiheit weiter eingeschränkt werden, fortan auf Leistungserbringer, die sich vom Amt nach Zeugnisvorlage in drei Kategorien einteilen lassen. Faktisch will das LAS entscheiden, aus welcher Kategorie Leistungsberechtigte ihren Unterstützungsbedarf zu decken haben. Jetzt werden den Leistungsnehmern auch viele Inklusionsrelevante aktivitätsbezogene Nutzungsmöglichkeiten verwehrt bzw. nur nach Zusage (=Wahl) durchs Amt erlaubt. Zuvor hatte sich die Sozialverwaltung einem für 2013 vereinbarten „Runden Tisch“ zur Diskussion grundliegender Probleme im PB bzw. für einen gemeinsamen Neuregelungsentwurf entzogen.

Budgetnehmer, Selbsthilfevertreter, Leistungserbringer und langjährige Experten aus Gesundheits- und Sozialarbeit zeigen sich bestürzt zu dieser Entwicklung, die nach ihren realen Erfahrungen bzw. fachlicher Einschätzung die Qualitätssicherung mindert, der Grundidee des Persönlichen Budget widerspricht, und Ungleichbehandlung gleicher Arbeit bedeutet. Angemahnt wird zudem, dass bis heute kein echtes trägerübergreifendes Budget existiert, woran zu arbeiten wäre. Diese Weiterentwicklung ist nun kaum zu erwarten. Vor allem der restriktiven Handhabung durch die Sozialverwaltungen geschuldet, wird das PB bis heute nur wenig genutzt. Immer noch fließt das Gros der Finanzmittel (ca. 90% !) der Eingliederungshilfe in den stationären Sektor. Der Anteil von BürgerInnen mit psychischen Gesundheitseinschränkungen, die in Werkstätten für Behinderte arbeiten, ist um 40% (!) gestiegen. Ein Paradoxon, womit die Sonderwelten gefördert werden. Vermehrt wird versucht, Bewertung und Finanzierung des PB gegenüber vergleichbarer so genannter Sachleistung zu mindern. Dagegen festigt sich, im Sinne der Interessen der Klienten, Widerstand aus Reihen engagierter, meist freiberuflicher unabhängiger Leistungserbringer in der ambulanten Sozialarbeit, solidarisiert mit Selbsthilfeverbänden Betroffener.

Union und SPD haben im Bundes-Koalitionsvertrag vereinbart, die Eingliederungshilfe zu einer „personenbezogenen Leistung“ mit „bundeseinheitlichem Verfahren“ zu machen. Hilfen für Menschen mit Behinderung sollen nicht unsinnig von Wohnort und Bundesland abhängen. Das fordern Betroffenenverbände schon Jahre. Vom Forum behinderter Juristinnen und Juristen liegt ein Gesetzentwurf vor, der die Eingliederungshilfe aus der Sozialhilfe herausnimmt und zu einer bundeseinheitlichen, einkommensunabhängigen Leistung macht. Skepsis besteht in Bezug auf die derzeit politisch gewollte Umsetzungsbereitschaft zu sozial fortschrittlichem Procedere in diesem wichtigen Gesellschaftsbereich. Das Bundesteilhabegeld wird auf sich warten lassen. Traurig mutet es an, wenn von einem guten Ansatz, wie dem modernen Hilfeinstrument Persönliches Budget, nur noch ein Etikett haften bleibt.

In Saarbrücken hat sich im Januar ein kritisch denkender Arbeitskreis Persönliches Budget konstituiert, der versucht, der wachsenden Fehlentwicklung in diesem Instrument entgegen zu wirken. Juristische Wege werden sondiert, Öffentlichkeitsarbeit geleistet, auch die Arbeitskammer des Saarlandes wurde aktuell informiert.
Termine

15.11.2017
Pop-Up Outsider Art in Rotterdam
Dezember 2017 neues Museum
Rotterdam (Niederlande). In Rotterdam eröffnet Stichting Cultureel Rijk ein temporäres Museum der Outsider Art. „The Pop-Up Grow Big Museum“ zeigt im mehr
02.11.2017
„Kunst und Psychiatrie“-Symposion am 15.11. in Echternach

Echternach (Luxemburg). Wie PSYCHART asbl aus Luxemburg mitteilt, veranstaltet man ein 6. Symposion „Kunst und Psychiatrie“ am 15. November 2017 von 1 mehr
27.10.2017
28.10. – 30.12.2017
"Cuba Outside" in Amsterdam
Galerie Hamer präsentiert derzeit "Cuba Outside", mit Arbeiten von fünf Außenseiterkünstlern des Riera Studio-Ateliers in Havanna. Dies ist mehr