Nachrichten
29.10.2014
Aufregende Hoteltage in Paris
2. Outsider Art-Messe war erfrischend anders
Paris. In Europa Fuß fassen, und das als David gegen Goliath: Dies gelang dem New Yorker Kunsthändler Andrew Edlin mit seiner Agentur Wide Open Arts letztes Jahr. Man hatte Frankreich als das Ursprungsland der Art Brut gewählt, um die Rezeption der Outsider Art in Europa zu beflügeln und sie mit der amerikanischen sowie weltweiten zu vernetzen. In den Staaten ist die von zeitlicher Mode unabhängig produzierte, kulturell „ungekochte“ self taught-Art längst eine (kommerzialisierte) Kunstmarke, die Künstler aus allen möglichen gesellschaftlichen Randgruppen einbezieht und auch ethnische Volkskunst einschließt. Paris ist ein Ableger der OAF New York, die diesen Mai ins 22. Jahr ihres Bestehens ging. Der Brückenschlag aus New York ist gelungen.

Genau zur Zeit der großen etablierten Foire internationale d´art contemporain (FIAC) im pompösen Grand Palais, setzen die Amerikaner ihre kleine aber feine, inzwischen zweite Pariser Outsider Art Messe ein paar Straßen weiter im Areal der Champs Élysées entgegen. Dazu wird ein Design-Hotel für die außergewöhnliche Kunstmesse angemietet. Hier muss man sich über den Weg laufen, nah kommunizieren, wenn Bilder und Plastiken auf Betten, Nachttischen und sogar im Badezimmer präsentiert sind, die Flure und Treppen eng, ein kleiner Aufzug alle transportieren muss.

Gut 2.000 Besucher zogen vom 23. bis 26. Oktober 2014 durch die sechs Etagen des „Le A“ in der rue d´Artois. In 25 Zimmern verteilten sich 25 internationale Aussteller aus Europa, Amerika und Japan: Galleristen, private Kunsthändler, besondere Kunstzentren und ein Museum, mit den von Ihnen repräsentierten Künstlern bzw. deren Arbeiten.


- Ausführlicher Artikel folgt -
WdSG 2014: „Komm gib mir.. Dein Stück Land!“
22.10.2014
WdSG 2014: „Komm gib mir.. Dein Stück Land!“
Selbsthilfe SeelenLaute Saar zog über 60 Gäste an
Völklingen und Wadern. Unter diesem Motto war Selbsthilfe SeelenLaute Saar, zusammen mit der Merziger Ortgruppe SeelenLaute, mit drei eigenen Sonderveranstaltungen in den Wochen der Seelischen Gesundheit 2014 (Thema „Heimat - Fremde“) saarlandweit inklusiv aktiv. Man arbeitete wieder mit bewährten Kooperationspartnern zusammen, wie dem Bündnis gegen Depression (Saarbrücken), der Stadt Völklingen, Hofgut Per la Vita (Wadern), dem Büro für Kultur- und Sozialarbeit Saar (Bous) und der Europäischen Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie (Dortmund). Freundlich gefördert wurden die Projekttage von AOK Saarland, BKK ZF & Partner, Pronova BKK, Knappschaft, dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, und dem Landkreis Merzig-Wadern. Mit über sechzig Gästen und Teilnehmern war eine erfolgreiche Resonanz zu verzeichnen, was die Beteiligten mit Freude und Zufriedenheit vermerkten.

In Völklingen gab es am 13. Oktober den „Kulturellen Informationsabend I“ in der Stadtbibliothek, mit einem vielseitigen Programm mit Referenten und Kulturschaffenden mit und ohne Psychiatrieerfahrung zu besonderen Lebenserfahrungen.

Frank Weinsheimer, der aus Saarbrücken vom Bündnis gegen Depression für den erkrankten Frank Lessel einsprang, erzählte biografisch aus erster Hand wie vehement eine Depression sein kann, was sie in Bezug auf Arbeit zur Folge haben kann und bezog das Publikum mit einem heiteren Depressions-Check und mitgebrachten Gesundheitskeksen ein. Selbsthilfegruppen seien für Betroffene oft ein „Segen“. Ein Publikumsgast äußerte Kritik an der stationären Völklinger Psychiatrie und berichtete von dort erlebtem weniger vertrauensvollem Umgang mit Patienten mit depressiven und Psychose-Diagnosen seitens professioneller Fachkräfte. Da müsse noch dazu gelernt werden. Hermann Gelszinus, saarländischer Gitarrist, Liedermacher und Musiklehrer stellte Musik als Zuhause und befreiendes Medium dar. Für diesen SeelenLaute-Abend hatte er eigens sechs neue Titel komponiert und geschrieben, darunter ein Song über eine Afrikanerin im Saarland. Wolfgang Loskant (Bübingen) las Auszüge aus seiner spannenden Kurzgeschichte „Der Bücherwurm“, Liam Ducray brillierte mit feiner Lyrik, dunkler und heller Schattierung. Gérard Carau, Mundartspezialist vom grenzüberschreitenden Kulturverein Gau un Griis (Sitz: Bouzonville) musste wegen Grippe leider kurzfristig absagen. Als Mundartdichter las Gangolf Peitz alternativ mehrere seiner ernsten und heiteren Gedichte aus der Zeitschrift „Paraple“. Er verwies auf Mundart als Möglichkeit für Miteinander und Wohlfühlen. Spontan führte der Moderator eine kleine Publikumsumfrage durch. Diese ergab, dass die meisten Mundart sprechen, nutzen und dies in persönlichen Zusammenhängen schätzen.

Es folgte der zweite Abend, in Wadern am 14. Oktober auf Hofgut Per la Vita, in neuer Besetzung in der Ausgabe II. In Morscholz trat der Saarburger Outsider-Musiker und Dichter Patric Ludwig auf. Er sang seine Songs „E besjen“, „Abendrock“ und „Komm gib mir dein Stück Land“, eine freie Beatles-Variation, die den SeelenLaute-Tagen ihren Titel gab. Gekonnt brachte er das Zuhausesein im Glück des Moments, im gewitzten Bescheidenen rüber. Nach der Pause begeisterte Ute Leuner aus Hamburg mit ihrem eigens für die Wochen geschriebenen Programm „Reisefieber“ die Gäste: poetisches Musikkabarett vom Feinsten, mit Frauenpower und Tiefgang. Im SeelenLaute-Talk diskutierte Liberto Balaguer (Dortmund) von der Europäischen Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie e.V. „Kunst und Heimat“, worüber sich ein angeregter Dialog mit Wortmeldungen aus dem Publikum entspannte. Künstlerin Ute Leuner meinte, ihr Zuhause sei die Bühne geworden, auch das „unterwegs sein“. So ließen sich künstlerisch besondere, auch leidvolle Lebens- und Wahrnehmungserfahrungen sinnvoll verarbeiten, weiter reichen.

Sowohl in Völklingen wie in Wadern erhielt auch die Rezitation von Lyrik verschiedener Autoren aus der (leider erst im November erscheinenden) Sonderbroschüre „Best of SeelenLaute“ viel Applaus. Büchertische, Infoauslagen und gesunder Imbiss wurden bei den facettenreichen Zweistunden-Abenden rege genutzt.

Den Abschluss bildeten am 17. und 18.10.2014 die ganztägigen Saarländischen Selbsthilfe-Kreativseminartage für seelische Gesundheit, wiederum in Wadern bei Hofgut Per la Vita, mit Workshops zu Klang („Harfe für die Seele“, im praktischen Teil mit Übungen am Instrument sowie der gemeinsamen Komposition und Aufführung eines Songs) bzw. Kunst („Abstrakt malen – hilft!“ zum Thema ‚Zuversicht‘) und einer geführten meditativen Gesundheits-Naturwanderung. Im allgemeinen Teil standen den Gästen auch hier eine Literaturauslage und Informationsmaterial zu seelischer Gesundheit, Selbsthilfe und Kultur zur Verfügung, ergänzt durch Hofführungen und einen Kaffeestand mit selbst gebackenem Kuchen.

Saarbrücker Zeitung, Wochenspiegel und Waderner Amtsblatt berichteten ausführlich zu den drei besonderen, direkt aus der Selbsthilfe initiierten und von ihr organisierten Veranstaltungen, im Hörfunk wurde eine Information gesendet. An allen Tagen beteiligte sich das einbezogene Publikum mit interessanten Wortbeiträgen und nutzte die Veranstaltungen zur Wissenserweiterung, für Vernetzung und persönlichen Austausch. Vorurteile konnten abgebaut, sympathische Normalität hergestellt werden. Die Mühen der Selbsthilfe-Aktiven von SeelenLaute, ihrer Freunde und Helfer hatten sich gelohnt. „Da capo 2015!“ hieß es abschließend an beiden Orten von den Besuchern. Betroffene, Angehörige, Professionelle und weitere interessierte BürgerInnen aus dem ganzen Saarland waren gekommen.

Text: BKS Saar – Bildnachweis/Foto: L. Balaguer

Für einige Wochen nach Veranstaltung im Netz abrufbar:
www.wochenspiegelonline.de/content/nachrichten/saarland/article/abend-mit-referaten-und-infos
20.10.2014
SH SeelenLaute stärkt Selbstdarstellung betroffener BürgerInnen
Erfolgreiches Infotreffprojekt 2014 von Saarbrücken bis Wadern
Saarbrücken. In einem Sonderprojekt von Frühjahr bis Herbst 2014 befasste sich Selbsthilfe SeelenLaute Saar mit der Optimierung der Medienkompetenz von BürgerInnen mit Psychiatrieerfahrung, für deren wichtige Selbstdarstellung.

In einer spezifischen Beratungsarbeit gab es an mehreren Dienstagen bzw. Donnerstagen in der Landeshauptstadt ganztägig entsprechende Auskünfte: persönlich, telefonisch und per Internet als „offene Sprechstunde“, wie auch zu vereinbarten Terminen. Den Einzelinteressierten wie auch örtlichen Selbsthilfegruppenvertretern standen hierzu vornehmlich über die renommierte Europäische Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie e.V. (Sitz Dortmund) Referenten aus Publizistik und Bundesselbsthilfe mit genauen Informationen und praktischen Anleitungen zur Verfügung. Die Beratungstage für Saarbrücken waren alternierend in Saarbrücken-City (Nebenraum Café Jederman, Johannisstraße 1) u.a. für die Donnerstage 17.4., 15.5. 17.7. und 21.8.2014 terminiert, bzw. in Saarbrücken-Burbach (Foyer Malclub-Saar e.V., Hochstraße 63) u.a. an den Dienstagen 6.5., 20.5., 10.6. und 19.8.2014, in Blocks á 2 bis 3 Stunden ab jeweils 17.00 Uhr. Das gleiche Beratungsangebot gab es in Saarlouis (ab 09.00 Uhr, Cafeteria Globus, Sondertisch) und in Merzig (ab 13.00 Uhr, Café Jobst, Poststraße) mittwochs am 18.6. und 16.7.2014, des weiteren in Völklingen am 13.10. (ab 09.00 Uhr Cafeteria Globus, Sondertisch) und Wadern-Morscholz am 14.10. (ab 09.00 Uhr im Kursraum von Hofgut Hilfezentrum Per la Vita). Die Projektorganisation lag beim Büro für Kultur- und Sozialarbeit Saar, Bous. Das Informationsprojekt wurde durch mailing, Telefonaktion, über Vorstellungen in Selbsthilfetreffen sowie im Netz über art-transmitter.de und bpe-online.de (Bundesverband Psychiatrieerfahrener e.V./Lokalseiten) gezielt beworben. Die Kontaktaufnahme erfolgte meist über E-mail selbsthilfe_seelenlaute-saar@email.de bzw. telefonisch (bei telefonischer Beratung erfolgte Rückruf).

Damit wurde von der Selbsthilfe, “von unten“, aktiv für Entstigmatisierung und Vorurteilsabbau dringend erforderliche Beratungsarbeit geleistet, um öffentliche Betroffenenkompetenz zu stärken. Dabei ging es sowohl um bessere Nutzung eigener Selbsthilfemedien, wie auch um optimaleren Umgang mit der allgemeinen und Fachpresse, damit nicht über sondern mit betroffenen BürgerInnen über ihre Probleme, Anliegen und Forderungen gesprochen wird, bzw. diese selbst eine stärkere Stimme erhalten, - sei es in Zeitung, Zeitschriften, Rundfunk, im Internet oder auch in öffentlichen Podien. Bis Mitte Oktober wurden an den Projektveranstaltungstagen gesamt 21 persönliche, 37 fernmündliche und 48 Email-Beratungen individuell und intensiv durchgeführt. Die durchschnittliche face-to-face- bzw. telefonische Beratungsdauer lag bei 42 bzw. 23 Minuten. Die Nutzer äußerten sich zufrieden und begrüßten das kompetente Angebot von Seiten einer Selbsthilfeinitiative.

Das Angebot war für die Nutzer kostenfrei. Diese besondere Selbsthilfe-Informations-projektarbeit wurde empfohlen und partnerschaftlich unterstützt von der Stadt Saarbrücken, der Stadt Völklingen, den GKV-Kassen BKK ZF & Partner, AOK Saarland, Knappschaft, IKK Südwest, pronova BKK, SBK, Deutsche BKK und Daimler BKK.
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Termine

02.01.2018
VR-China-Galerie auf der New Yorker Outsider Art-Messe im Januar
China, Südkorea, Japan, Frankreich, UK, Gugging und viele US-Aussteller

VR-China-Galerie auf der New Yorker Outsider Art-Messe im Januar

New York. The 26th edition oft the New York Outsider Art Fair is taking place January 18-21, 2018 at The Metropolitan Pavilion. The fair will showcase mehr
18.12.2017
„Arcadia: In The Quest for Beauty"
Bis 15.01.2018 in Berlin
Die Berliner Outsider Art-Galerie Art Cru zeigt bis Mitte Januar 2018 Arbeiten aus dem Offenen Atelier des St. Hedwig-Krankenhauses der Alexianer-Klin mehr
04.12.2017
Neues und Unbekanntes aus der Sammlung Prinzhorn
Mittwoch, 13.12. in Heidelberg
Heidelberg. Museum Sammlung Prinzhorn lädt zu r Eröffnung der Ausstellung „Das Team als Kurator“ für Mittwoch, den 13. Dezember 2017 um 19.00 Uhr ein. mehr