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Bundesweiter Selbsthilfe-Kunstpreis 2020 ist entschieden
20.10.2020
Bundesweiter Selbsthilfe-Kunstpreis 2020 ist entschieden
Jury prämiert “Selbstportrait“, “Psychonautin“ und “Rückkehr des Schnabeldoktors“
Saarbrücken. “Malen aus der Seele“: Unter diesem Motto hatte die originäre saarländische Selbsthilfe für seelische Gesundheit im Frühjahr zur Zeit des Pandemieausbruchs einen bundesweit ausgeschriebenen Kunstpreis gestartet. Als aktives Angebot waren mit dem Wettbewerb besonders Menschen mit psycho-sozialen Beeinträchtigungen angesprochen. Selbsthilfe SeelenLaute Saar konnte die Techniker Krankenkasse als Förderpartner gewinnen.

Ausgelobt waren drei Geldpreise (350 €, 200 €, 125 €), für die herausragendsten Kunstwerke. Schließlich nominierten sich fast 40 KünstlerInnen, mit Bewerbungseinsendungen von Berlin bis Bayern, in einer Vielfalt an Motiven (naturalistisch-figurativ bis abstrakt-surreal) und genutzten Techniken (von Öl, Acryl, Tusche oder Aquarell bis zur Kulizeichnung, Collagen und einem Cartoon). Die Projektorganisation ließ auch zwei bisher noch unveröffentlichte, neupräsentierte Bestandwerke zu. Die Kreativen sind primär Autodidakten, einige haben Kunstkurse besucht oder sind Mitglieder örtlicher Ateliers (auch von Einrichtungen) oder fühlen sich der Outsider Art positiv verpflichtet (mit Referenzen bis nach England, wie z.B. zu ‚Outside In‘, Chichester).

Die Gewinner des SeelenLaute-Kunstwettbewerbs 2020: Platz 3 geht an Dirk Wiebelitz alias Jerry Hill (Leipzig) mit der Acrylarbeit „Die Rückkehr des Schnabeldoktors“, Platz 2 an Kristian Kosch (Siegen) für seine „Psychonautin“ (Acryl) und Platz 1 belegt Karsten Kirschke (Münster) mit seinem „Selbstportrait“ (Graphit-Zeichnung). Der 1970 geborene Münsteraner Künstler: „Während einer Kreativphase von drei Wochen ist, vor dem Spiegel sitzend, eine ganze Serie von gut 40 (dieser) Zeichnungen entstanden. Über die Jahre hinweg hat sich die Kunst für mich zu einem verlässlichen Halt entwickelt. Das Zeichnen ist der Versuch, leidvollen Grenzerfahrungen etwas Versöhnliches entgegenzusetzen.“

Die Europäische Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie e.V. (Dortmund) ist mit dem Inklusionsprojekt art-transmitter.de publizistisch-organisatorischer Kooperationspartner des Kunstpreises. Das Ergebnis wird Oktober 2020 per Presseinformation hiermit kommuniziert, nachfolgend im digitalen SeelenLaute-Newsletter (November) bekanntgegeben sowie im Dezember in der Selbsthilfezeitung SeelenLaute Nr. 46 gedruckt (und mit den acht von der Jury höchstbewerteten Werken in nachfolgenden Ausgaben noch). Eine Sonderpräsentation der Gewinner- und aller eingereichten Wettbewerbsarbeiten folgt auf dieser Outsider Art-Plattform. Wegen der im Herbst wieder erschwerten Covid-19-Situation muss auf eine persönliche Preisverleihungsfeier verzichtet werden.

Veranstalter SeelenLaute Saar freut sich mit dem erfolgreichen Resultat des ersten Selbsthilfe-Kunstpreises und gratuliert den drei Preisträgern zu ihrem Gewinn. Herzlicher Dank gilt allen TeilnehmerInnen fürs engagierte Mitmachen und die ideenreichen Einreichungen! Der Preis soll 2021 mit einem Sonderthema neu ausgelobt werden. Kontakt zum Veranstalter über sh_seelenlaute-saar@email.de

- Bild: Karsten Kirschke. "Selbstportrait". Bleistiftzeichnung auf Papier (aus Zyklus), 2008/2020. © Foto: KKi (priv.) - Eine umfassende Medieninformation (20.10.2020) wurde versendet.


Die obligatorische Förderabrechnungsveröffentlichung steht hier als PDF-Anhang bis 31.12.2020 im Netz, für
15.10.2020
Technische Probleme
Liebe LeserInnen, KünstlerInnen, Partner und Outsider Art-Freunde,
wir bedauern und entschuldigen uns für die schon längere Zeit bestehenden Probleme im Aufruf unserer Website. Aufgrund erforderlicher, schwieriger Anpassungsneuerungen in Verbindung zum Server gestaltet sich die Behebung langwierig. Inzwischen erscheinen aber wieder neue Nachrichten, Termine und Künstlerportraits auf unserem Portal. Probleme bestehen weiter im Abruf älterer Meldungen oder bei der inhaltlichen Wiedergabe einiger Unterseiten. Trotz personeller Engpässe wird weiter daran gearbeitet, um auch dies noch beheben zu können. Danke für Ihr Verständnis und Ihre Treue zum Portal art-transmitter.de.

Viele Grüße und einen guten Herbst. Bleiben Sie gesund!


Für die Redaktion

Gangolf Peitz
03.10.2020
„Jean Dubuffet: Die Irrenanstalt“
Britisches Kurzvideo beschreibt Dubuffets Suche nach wahrer Kunst
London. Ein Kurzvideo in englischer Sprache, produziert von Helly Nahmad beim Independent British Art Establishment, beschreibt prägnant zusammengefasst Gedanken und Erlebnisse des französischen Malers und Kulturdenkers Jean Dubuffet (1901-1985) nach seinen Besuchen in Psychiatrieanstalten und Heimen nach 1945, auf der Suche nach kreativer Inspiration und echter Kunst.

Dubuffet entwickelte und prägte den Terminus Art Brut, als unverfälschte und (für ihn) reinste, somit höchste Kunst. Wahre Kunst müsse unnormal und eine Gegenkultur sein. So formuliert er auch in den Originaltönen dieses Kurzfilms, der trostlose Psychiatrie-Bilder eingeschnitten mittransportiert. Gerade in Kunstwerken psychiatrieerfahrener Menschen (be)fand er außergewöhnliche Qualität und nahm - nach eigenen ästhetischen Kriterien ausgewählte - Werke dieser in weltweite Ausstellungen und in seine eigene Sammlung so genannter Außenseiterkunst mit bzw. auf. Für ihn gab es keine Kunsttrennung.

Mit Argwohn, harscher Kritik und Unverständnis betrachtete er therapeutische und jedwede beeinflusst entstehende Kunst, sowie eine diagnostizierende, stigmatisierende Kunstinterpretation. Schließlich gebe es auch keine Kunst Knieleidender, so ein bekanntes Dubuffet-Zitat.

(c) Text: G. Peitz, 2020

Kurzfilm (3 Min.) "Jean Dubuffet: The Asylum", im Netz unter
www.vimeo.com/147029202
Termine

16.01.2021
Auktion bei Christie´s
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London/New York. Beim internationalen Auktionshaus Christie´s, das heute verstärkt im Online-Modus agiert, geht es beim Termin am 21. Januar 2021 um h mehr
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Junglinster. Wie die zuständige Commission des Affaires Culturelles der Gemeinde Junglinster aus Luxemburg mitteilt, muss das seit 2009 ausgerichtete mehr
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