Nachrichten
MAD PRIDE zog lautstark durch Köln
17.05.2016
MAD PRIDE zog lautstark durch Köln
Kräftige Demonstration der Andersartigkeit aus der Selbsthilfe
Köln. Initiiert durch ein Bündnis verschiedener Selbsthilfeorganisationen, darunter der LPE NRW e.V., fand am Pfingstmontag 2016 in Köln zum Ausklang des SOMMERBLUT-Festivals die zweite MAD PRIDE statt. Die Parade startete nachmittags mit rund 60 Teilnehmern am Ehrenfelder Bahnhof und erreichte ihr Ziel in Odonien mit weit über 200 Mitbewegten. Psychiatrieerfahrene BürgerInnen waren durch Einzelaktive, Vorstandsmitglieder und Landesinitiativenvertreter des LPE NRW, des Bundesverbandes BPE e.V., auch aus Berlin, Hamburg, Saarland und mit deren Freunden vertreten. Auch ein Mitarbeitender beim europäischen Kunstprojekt Art-Transmitter von und für Künstler mit und ohne seelische Handicaps nahm teil. Gemeinsam ging es mit der Musikgruppe "Kwaggawerk", mit Trompeten, Transparenten, Farben und Kreativität lautstark zur Abschlusskundgebung mit Ansprachen, Rap und mehr.

Verrückt, behindert, ausgegrenzt, unnormal, nicht dazugehörig. Selten ist diese vielfältige Gruppe von Menschen zusammen auf der Straße zu sehen. Nur Berlin hat eine weitere solche Parade in Deutschland, deren Wurzeln in Nordamerika liegen. Im Zentrum stehen Lebendigkeit, Kreativität, Lebenslust und der Stolz von Menschen, die anders sind. Die demonstrative MAD PRIDE lebt Inklusion mit einem fröhlich-bunt-verrückten Eigensinn und tritt für die Teilhabe aller Menschen ein, unabhängig von Behinderung, ethnischer und sozialer Herkunft, von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Weltanschauung. Alle BürgerInnen sind eingeladen, solidarisch mitzumachen. Mit verschiedensten KünstlerInnen wird das SOMMERBLUT-Finale zelebriert, als vitales Zeichen gesunder Multipolarkultur.

Für 2017 darf man sich auf der MAD PRIDE noch mehr „Normopathen“ wünschen, wie es eine Rednerin formulierte, sprich mehr inklusionsaktive Bürgerinnen ohne Handicaps und Besonderheiten, sowie vielleicht eine verstärkte Medienpräsenz mit z.B. dem WDR als Partner und einer/einem markanten SchirmherrIn aus der Kultur. Viele der Kölner Aktiven und TeilnehmerInnen wollen auch 2017 wieder dabei sein, weitere Freunde mitbringen und weiter fürs Miteinander Aller Beispiel sein und werben.


- Foto: BKS Saar / G. Peitz -
Art Brut in America. The Incursion of Jean Dubuffet
12.05.2016
Art Brut in America. The Incursion of Jean Dubuffet
Katalog zur Ausstellung erschienen
New York. Zur im Januar ausgelaufenen gleichnamigen Ausstellung im New Yorker American Folk Art Museum (art-transmitter.de berichtete) ist ein Katalog erschienen. Zwischen 1952 und 1962 war die neue Kunstströmung Art Brut über von Jean Dubuffet gesammelte Werke in den Staaten bekannt geworden, nachdem dieser 1951 seinen bedeutsamen Vortrag “Anticultural positions” im Arts Club of Chicago gehalten hatte. Der Katalog zeigt diesbezügliche Arbeiten von 39 Art Brut-Künstlern, beinhaltet vier Essays sowie den Vortrag von Jean Dubuffet.

“Art Brut in America. The Incursion of Jean Dubuffet”, Valérie Rousseau (Red.), American Folk Art Museum (Hrsg.), 248 S., 142 Illustr., englisch, ISBN 978-0-912161-26-6, AFAM 2016, 42,50 €


- Abb.: Presseinfo AFAM -
Vom Kriegstrauma zur Outsider Art
11.05.2016
Vom Kriegstrauma zur Outsider Art
In memoriam Carlo Zinelli
Verona. Kriegserfahrungen im Zweiten Weltkrieg hatten bei Carlo Zinelli (1916 – 1974) zu großen seelischen Beschädigungen geführt, sodass ihn seine Familie 1947 in ein psychiatrisches Krankenhaus in Verona gab. Dort begann Zinelli mit Zeichnungen, zunächst gekratzt in die Mauern der Klinikwände, nachdem sich sein Befinden durch die überfüllten und unschönen Zustände des Hospitals eher noch verschlechtert hatte, wie jetzt in einer biografischen Notiz der Fachzeitschrift Raw Vision über den italienischen Außenseiterkünstler zu lesen ist.

Mit der Eröffnung eines Kunstateliers im Hospital 1957 wurde Zinelli zum ernsthaften Maler, der hier täglich arbeitete und dort schließlich ca. 3000 - heute in der speziellen Kunstszene sehr begehrte - Zeichnungen schuf.

Zinelli gilt als der bekannteste Art Brut-Künstler Italiens. Aus 2014 stammt das Buch “Carlo Zinelli. Chronache Visionarie/Visionary Chronicles” des Autorenteams Giorgio Bedoni, Francesco Porzi und Eva di Stefano. Es ist erschienen in italienischer und englischer Sprache in der Glifo Edizioni, Palermo, 112 S., 50 Abb., Preis 15,00 Euro, ISBN 978-88-98741-06-9.


- Abbildung: Presseinfo Verlag -
Termine

14.08.2017
The Golden Ratio Laws
Madge Gill, Adolf Wölfli, Beverly Baker, Gugging artists, a.o.m. in Northern Portugal
São João da Madeira. Until October 1, 2017 at Oliva Creative Factory, an exhibition curated by Antonia Gaeta, "The Golden Ratio Laws" shows mehr
01.08.2017
Outsider Art-Präsentation auf GKV-Selbsthilfetag 2.9. in Saarbrücken
Art-Transmitter zeigt im SeelenLaute-Pavillon ausgewählte Werke

Outsider Art-Präsentation auf GKV-Selbsthilfetag 2.9. in Saarbrücken

Saarbrücken. Selbsthilfe SeelenLaute Saar nimmt mit einem Informations-Pavillon für seelische Gesundheit am Samstag, 2. September 2017 beim saarländis mehr
31.07.2017
4. Kreativ-Selbsthilfetage seelische Gesundheit RLP
11./12. August 2017 im MGH Saarburg

4. Kreativ-Selbsthilfetage seelische Gesundheit RLP

Saarburg. Am Freitag und Samstag 11./12. August 2017 finden ganztags die 4. Kreativ-Selbsthilfetage für seelische Gesundheit in Rheinland-Pfalz statt. mehr