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WdSG 2014: „Komm gib mir.. Dein Stück Land!“
22.10.2014
WdSG 2014: „Komm gib mir.. Dein Stück Land!“
Selbsthilfe SeelenLaute Saar zog über 60 Gäste an
Völklingen und Wadern. Unter diesem Motto war Selbsthilfe SeelenLaute Saar, zusammen mit der Merziger Ortgruppe SeelenLaute, mit drei eigenen Sonderveranstaltungen in den Wochen der Seelischen Gesundheit 2014 (Thema „Heimat - Fremde“) saarlandweit inklusiv aktiv. Man arbeitete wieder mit bewährten Kooperationspartnern zusammen, wie dem Bündnis gegen Depression (Saarbrücken), der Stadt Völklingen, Hofgut Per la Vita (Wadern), dem Büro für Kultur- und Sozialarbeit Saar (Bous) und der Europäischen Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie (Dortmund). Freundlich gefördert wurden die Projekttage von AOK Saarland, BKK ZF & Partner, Pronova BKK, Knappschaft, dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, und dem Landkreis Merzig-Wadern. Mit über sechzig Gästen und Teilnehmern war eine erfolgreiche Resonanz zu verzeichnen, was die Beteiligten mit Freude und Zufriedenheit vermerkten.

In Völklingen gab es am 13. Oktober den „Kulturellen Informationsabend I“ in der Stadtbibliothek, mit einem vielseitigen Programm mit Referenten und Kulturschaffenden mit und ohne Psychiatrieerfahrung zu besonderen Lebenserfahrungen.

Frank Weinsheimer, der aus Saarbrücken vom Bündnis gegen Depression für den erkrankten Frank Lessel einsprang, erzählte biografisch aus erster Hand wie vehement eine Depression sein kann, was sie in Bezug auf Arbeit zur Folge haben kann und bezog das Publikum mit einem heiteren Depressions-Check und mitgebrachten Gesundheitskeksen ein. Selbsthilfegruppen seien für Betroffene oft ein „Segen“. Ein Publikumsgast äußerte Kritik an der stationären Völklinger Psychiatrie und berichtete von dort erlebtem weniger vertrauensvollem Umgang mit Patienten mit depressiven und Psychose-Diagnosen seitens professioneller Fachkräfte. Da müsse noch dazu gelernt werden. Hermann Gelszinus, saarländischer Gitarrist, Liedermacher und Musiklehrer stellte Musik als Zuhause und befreiendes Medium dar. Für diesen SeelenLaute-Abend hatte er eigens sechs neue Titel komponiert und geschrieben, darunter ein Song über eine Afrikanerin im Saarland. Wolfgang Loskant (Bübingen) las Auszüge aus seiner spannenden Kurzgeschichte „Der Bücherwurm“, Liam Ducray brillierte mit feiner Lyrik, dunkler und heller Schattierung. Gérard Carau, Mundartspezialist vom grenzüberschreitenden Kulturverein Gau un Griis (Sitz: Bouzonville) musste wegen Grippe leider kurzfristig absagen. Als Mundartdichter las Gangolf Peitz alternativ mehrere seiner ernsten und heiteren Gedichte aus der Zeitschrift „Paraple“. Er verwies auf Mundart als Möglichkeit für Miteinander und Wohlfühlen. Spontan führte der Moderator eine kleine Publikumsumfrage durch. Diese ergab, dass die meisten Mundart sprechen, nutzen und dies in persönlichen Zusammenhängen schätzen.

Es folgte der zweite Abend, in Wadern am 14. Oktober auf Hofgut Per la Vita, in neuer Besetzung in der Ausgabe II. In Morscholz trat der Saarburger Outsider-Musiker und Dichter Patric Ludwig auf. Er sang seine Songs „E besjen“, „Abendrock“ und „Komm gib mir dein Stück Land“, eine freie Beatles-Variation, die den SeelenLaute-Tagen ihren Titel gab. Gekonnt brachte er das Zuhausesein im Glück des Moments, im gewitzten Bescheidenen rüber. Nach der Pause begeisterte Ute Leuner aus Hamburg mit ihrem eigens für die Wochen geschriebenen Programm „Reisefieber“ die Gäste: poetisches Musikkabarett vom Feinsten, mit Frauenpower und Tiefgang. Im SeelenLaute-Talk diskutierte Liberto Balaguer (Dortmund) von der Europäischen Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie e.V. „Kunst und Heimat“, worüber sich ein angeregter Dialog mit Wortmeldungen aus dem Publikum entspannte. Künstlerin Ute Leuner meinte, ihr Zuhause sei die Bühne geworden, auch das „unterwegs sein“. So ließen sich künstlerisch besondere, auch leidvolle Lebens- und Wahrnehmungserfahrungen sinnvoll verarbeiten, weiter reichen.

Sowohl in Völklingen wie in Wadern erhielt auch die Rezitation von Lyrik verschiedener Autoren aus der (leider erst im November erscheinenden) Sonderbroschüre „Best of SeelenLaute“ viel Applaus. Büchertische, Infoauslagen und gesunder Imbiss wurden bei den facettenreichen Zweistunden-Abenden rege genutzt.

Den Abschluss bildeten am 17. und 18.10.2014 die ganztägigen Saarländischen Selbsthilfe-Kreativseminartage für seelische Gesundheit, wiederum in Wadern bei Hofgut Per la Vita, mit Workshops zu Klang („Harfe für die Seele“, im praktischen Teil mit Übungen am Instrument sowie der gemeinsamen Komposition und Aufführung eines Songs) bzw. Kunst („Abstrakt malen – hilft!“ zum Thema ‚Zuversicht‘) und einer geführten meditativen Gesundheits-Naturwanderung. Im allgemeinen Teil standen den Gästen auch hier eine Literaturauslage und Informationsmaterial zu seelischer Gesundheit, Selbsthilfe und Kultur zur Verfügung, ergänzt durch Hofführungen und einen Kaffeestand mit selbst gebackenem Kuchen.

Saarbrücker Zeitung, Wochenspiegel und Waderner Amtsblatt berichteten ausführlich zu den drei besonderen, direkt aus der Selbsthilfe initiierten und von ihr organisierten Veranstaltungen, im Hörfunk wurde eine Information gesendet. An allen Tagen beteiligte sich das einbezogene Publikum mit interessanten Wortbeiträgen und nutzte die Veranstaltungen zur Wissenserweiterung, für Vernetzung und persönlichen Austausch. Vorurteile konnten abgebaut, sympathische Normalität hergestellt werden. Die Mühen der Selbsthilfe-Aktiven von SeelenLaute, ihrer Freunde und Helfer hatten sich gelohnt. „Da capo 2015!“ hieß es abschließend an beiden Orten von den Besuchern. Betroffene, Angehörige, Professionelle und weitere interessierte BürgerInnen aus dem ganzen Saarland waren gekommen.

Text: BKS Saar – Bildnachweis/Foto: L. Balaguer

Für einige Wochen nach Veranstaltung im Netz abrufbar:
www.wochenspiegelonline.de/content/nachrichten/saarland/article/abend-mit-referaten-und-infos
20.10.2014
SH SeelenLaute stärkt Selbstdarstellung betroffener BürgerInnen
Erfolgreiches Infotreffprojekt 2014 von Saarbrücken bis Wadern
Saarbrücken. In einem Sonderprojekt von Frühjahr bis Herbst 2014 befasste sich Selbsthilfe SeelenLaute Saar mit der Optimierung der Medienkompetenz von BürgerInnen mit Psychiatrieerfahrung, für deren wichtige Selbstdarstellung.

In einer spezifischen Beratungsarbeit gab es an mehreren Dienstagen bzw. Donnerstagen in der Landeshauptstadt ganztägig entsprechende Auskünfte: persönlich, telefonisch und per Internet als „offene Sprechstunde“, wie auch zu vereinbarten Terminen. Den Einzelinteressierten wie auch örtlichen Selbsthilfegruppenvertretern standen hierzu vornehmlich über die renommierte Europäische Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie e.V. (Sitz Dortmund) Referenten aus Publizistik und Bundesselbsthilfe mit genauen Informationen und praktischen Anleitungen zur Verfügung. Die Beratungstage für Saarbrücken waren alternierend in Saarbrücken-City (Nebenraum Café Jederman, Johannisstraße 1) u.a. für die Donnerstage 17.4., 15.5. 17.7. und 21.8.2014 terminiert, bzw. in Saarbrücken-Burbach (Foyer Malclub-Saar e.V., Hochstraße 63) u.a. an den Dienstagen 6.5., 20.5., 10.6. und 19.8.2014, in Blocks á 2 bis 3 Stunden ab jeweils 17.00 Uhr. Das gleiche Beratungsangebot gab es in Saarlouis (ab 09.00 Uhr, Cafeteria Globus, Sondertisch) und in Merzig (ab 13.00 Uhr, Café Jobst, Poststraße) mittwochs am 18.6. und 16.7.2014, des weiteren in Völklingen am 13.10. (ab 09.00 Uhr Cafeteria Globus, Sondertisch) und Wadern-Morscholz am 14.10. (ab 09.00 Uhr im Kursraum von Hofgut Hilfezentrum Per la Vita). Die Projektorganisation lag beim Büro für Kultur- und Sozialarbeit Saar, Bous. Das Informationsprojekt wurde durch mailing, Telefonaktion, über Vorstellungen in Selbsthilfetreffen sowie im Netz über art-transmitter.de und bpe-online.de (Bundesverband Psychiatrieerfahrener e.V./Lokalseiten) gezielt beworben. Die Kontaktaufnahme erfolgte meist über E-mail selbsthilfe_seelenlaute-saar@email.de bzw. telefonisch (bei telefonischer Beratung erfolgte Rückruf).

Damit wurde von der Selbsthilfe, “von unten“, aktiv für Entstigmatisierung und Vorurteilsabbau dringend erforderliche Beratungsarbeit geleistet, um öffentliche Betroffenenkompetenz zu stärken. Dabei ging es sowohl um bessere Nutzung eigener Selbsthilfemedien, wie auch um optimaleren Umgang mit der allgemeinen und Fachpresse, damit nicht über sondern mit betroffenen BürgerInnen über ihre Probleme, Anliegen und Forderungen gesprochen wird, bzw. diese selbst eine stärkere Stimme erhalten, - sei es in Zeitung, Zeitschriften, Rundfunk, im Internet oder auch in öffentlichen Podien. Bis Mitte Oktober wurden an den Projektveranstaltungstagen gesamt 21 persönliche, 37 fernmündliche und 48 Email-Beratungen individuell und intensiv durchgeführt. Die durchschnittliche face-to-face- bzw. telefonische Beratungsdauer lag bei 42 bzw. 23 Minuten. Die Nutzer äußerten sich zufrieden und begrüßten das kompetente Angebot von Seiten einer Selbsthilfeinitiative.

Das Angebot war für die Nutzer kostenfrei. Diese besondere Selbsthilfe-Informations-projektarbeit wurde empfohlen und partnerschaftlich unterstützt von der Stadt Saarbrücken, der Stadt Völklingen, den GKV-Kassen BKK ZF & Partner, AOK Saarland, Knappschaft, IKK Südwest, pronova BKK, SBK, Deutsche BKK und Daimler BKK.
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Neuer Titelbildwettbewerb
29.08.2014
Neuer Titelbildwettbewerb
„Psychiatrische Praxis“ sucht künstlerische Bildwerke
Stuttgart. Die Mediziner-Fachzeitschrift „Psychiatrische Praxis“ (Thieme-Verlag) lädt mit dem zweiten Titelbildwettbewerb erneut künstlerisch Aktive ein, die Erfahrungen mit Psychiatrie, psychischen Erkrankungen oder psychischen Krisen als Betroffene/r, Angehörige/r oder beruflich Tätige gemacht haben, eigene Bildwerke (aus Malerei, Mixed Media und Fotografie) einzureichen. Die Suche nach einem „neuen Blick, auf das Subjekt im sozialen Raum, auf psychisches Leiden und die Psychiatrie in der Gesellschaft“ verspreche über diesen Wettbewerb spannend zu werden, heißt es in einer Informationsmail.

Der Verlag vergütet die von einer trialogisch besetzten Jury als vierzig ausdruckstärkste ausgewählten Arbeiten mit einem Bildhonorar von je 100 € und gestaltet mit den Ergebnissen die Titelseiten der nächsten fünf Jahrgänge der Zeitschrift. In der Jury sitzen dazu Vertreter des Bundesverbandes der Psychiatrieerfahrenen (BPE) e.V. und des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch Kranker (BApK) e.V., eine Vertreterin des Verlags sowie der Psychiater Prof. Thomas Becker (Ulm). Als Juror aus der Kunst konnte Dr. Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel Museum Hannover gewonnen werden. Um das Gleichgewicht einer fachlichen Bewertung seitens der Kunst zu optimieren soll der Wettbwerb in der nächsten Jurierung durch Vertreter des Outsider Art-Projekts Art-Transmitter der Europäischen Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie e.V. (Sitz Dortmund) ergänzt werden.

Einsendeschluss ist der 15. Februar 2015. Die Bilder (maximal drei pro Künstler) müssen als digitalisierte Fotos (jpg, tif oder eps) in einer Druckauflösung von mind. 300 dpi, bzw. 1098 Pixel breit × 2102 Pixel hoch, eingereicht werden und zum Abdruck im Hochformat (93 × 178 mm) geeignet sein. Einsendungen an: Georg Thieme Verlag KG, z. Hd. Frau Ulla Welzel, Rüdigerstr. 14, D-70469 Stuttgart, psychiat-praxis@thieme.de
www.thieme.de/de/psychiatrische-praxis/profil-1848.htm
Termine

19.10.2017
Dubuffet-Ausstellung in Luxemburg
Bis 4. November 2017
Luxemburg-Stadt. Vierzig Werke aus vierzig Schaffensjahren des Künstlers, Bildhauers und Art Brut-Pioniers Jean Dubuffet (1901-1985) sind im Herbst in mehr
18.09.2017
Outsider Art Fair Paris 2017
October 19 - 22, 2017 at Hôtel du Duc

Outsider Art Fair Paris 2017

Paris. L’Outsider Art Fair, foire de référence de l’art brut et outsider, présente sa 5ème édition parisienne, du 19 au 22 octobre 2017. Egalement ins mehr
18.09.2017
6. SeelenLaute-Abend in Völklingen
Selbsthilfeinfos, Kunst & Kultur am 16. Oktober in der Stadtbibliothek
Völklingen (Saar). Den sechsten SeelenLaute-Abend für seelische Gesundheit, mit viel Information, Poesie, Kunst und Musik live gibt`s im saarländische mehr