Termine
25.11.2012
Zwangsbehandlung in Deutschland: Teilerfolg gegen Rückfälle der Politik. 10.12. BPE in Sachverständigenanhörung
Auch Künstler mit und ohne Psychiatrieerfahrung zeigen sich besorgt
Berlin. Wie die Saarbrücker Anlaufstelle für Selbstbestimmt Leben (ASL) am 25. November meldete, konnte verhindert werden, dass die Koalitionsfraktionen das Thema Zwangsbehandlung als Anhängsel an ein anderes Gesetzgebungsverfahren ohne erste Lesung in den Bundestag einbringen. Die Opposition konnte nach massiven Protesten das Schnellverfahren stoppen. Im Bundestag sollte per Eilverfahren das Grundrecht von Bürgerinnen und Bürgern mit psychischer Erkrankung auf körperliche Unversehrtheit eingeschränkt werden.

Die Betroffenen und ihre anerkannten Interessenvertretungen (vgl. Stellungnahme des Bundesverbandes Psychiatrieerfahrener e.V. auf www.bpe-online.de), Ihnen verbundene Angehörige und Einrichtungen, sowie humanistisch denkende berufliche Profis und Experten aus Sozial- und Gesundheitsarbeit wie auch aus der Rechtssprechung (cf. in diesem Zusammenhang die UN-Behindertenrechtskonvention) reagierten daraufhin mit Bestürzung und Entsetzen. Auch seriös und unabhängig arbeitende Medien steuern gegen. Unter anderem kritisierte der „Spiegel“ unter der Überschrift "Zwangsbehandlung: Politiker übergehen die Betroffenen".
Selbst der Betreuungsgerichtstag schrieb im November in Bezug auf DGPPN-Verlautbarungen: „Das letzte halbe Jahr zeigt keine bedrohliche Entwicklung für Patienten in der Psychiatrie. Vielmehr hat sich gezeigt, dass andere therapeutische Wege zur Verfügung stehen und erfolgreich beschritten werden können. Ärztliche Notmaßnahmen sind in allen Bereichen weiterhin möglich."

Immer mehr Protestschreiben gehen bei den Bundestagsabgeordneten ein, eine wachsende Widerstandsbewegung wehrt sich gegen ein nicht nachvollziehbares politisches Procedere. Der Recherche nach kommen die (bisher) im Berliner Plenum gelieferten Argumente fast gänzlich von der der Pharmaindustrie nahestehenden Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Eine Medienkampagne, die die Bedenken der beiden höchsten deutschen Gerichte (BVG und BGH) gegen das Instrument Zwangsbehandlung ins Lächerliche zieht, ist demzufolge pharmafinanziert. Kritiker und Experten monieren im Weiteren, das solch ein Handeln auch vernünftige trialogische Konzepte zerstöre. Dies sei „demokratisch ein Unding, ethisch und religiös inakzeptabel“, hier sei offenbar etwas am Entgleiten. Die deutsche Psychiatrie müsse sich modern nach vorne entwickeln, nicht in ihre Geschichte zurückfallen, „die Kranken und Behinderten von morgen sind wir alle“, hieß es z.B. in einem Brief an saarländische Bundestagsabgeordnete.

Am 10. Dezember soll die öffentliche Sachverständigenanhörung zum Gesetzesentwurf zur Zwangsbehandlung mit Psychopharmaka im Rechtsausschuss unter Beteiligung des Gesundheitsausschusses des deutschen Bundestags stattfinden. Für den Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener ist Vorstandsmitglied Ruth Fricke eingeladen und wird dort den Positionen und Interessen Psychiatrie-Erfahrener Gehör verschaffen. Aus den BPE-Landes- und Ortsorganisationen wurde empfohlen, dass alle Betroffenen und deren Unterstützer/innen sich den Abgeordneten gegenüber zu dem Verfahren weiter äußern: "Selten war die Möglichkeit so gut, über den Gesetzgeber positiven Einfluss auf das reduktionistische Menschenbild der Psychiatrie zu nehmen." Die Redaktion hängt die Stellungnahme von Frau Fricke als pdf an.

Bei der Redaktion von Art-Transmitter.de meldeten sich Künstler mit Psychiatrieerfahrung und äußerten ihre Sorgen. Nicht-betroffene Künstler zeigen sich solidarisch mit ihren Kollegen.
weitere Informationen (PDF)
24.11.2012
"Alles für die Kunst" - bis 13. Januar 2013 in Karlsruhe
ARTE und das ZKM präsentieren Ausstellung
Karlsruhe. Im März dieses Jahres konnten sich KünstlerInnen, AbsolventInnen von Kunsthochschulen sowie Autodidakten mit einem eigenen künstlerischen Stil für ein einmaliges Projekt des Senders ARTE bewerben: Die ARTE »TV-Masterclass« bot die Gelegenheit unter Anleitung von MentorInnen der Frage nach Kunst sowie der Entstehung einer Ausstellung in eigener künstlerischer Arbeit auf den Grund zu gehen.

Eine international renommierte Jury (u. a. mit Jurist und Kunstliebhaber Peter Raue und Medienunternehmerin und Kunstsammlerin Christiane zu Salm) wählte aus den mehr als 2.000 BewerberInnen sieben TeilnehmerInnen aus, die in einer Masterclass die Gelegenheit erhielten, sich von bekannten Künstlerinnen wie Dieter Meier und Angel Vergara als MentorInnen bei der Arbeit zuschauen und beraten zu lassen.

Rund um die Frage »Was ist moderne Kunst?« drehte sich die im Sommer produzierte sechsteilige ARTE-Sendereihe. Die Jury begleitete die Arbeit der KünstlerInnen mit lebendigen und auch kontroversen Diskussionen. Gleichwohl sich die Anzahl der TeilnehmerInnen im Laufe des Projekts von sieben auf vier reduzierte, entstanden spannende Werke, die im Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe-Medienmuseum in der Ausstellung "ARTE und das ZKM präsentieren »Alles für die Kunst«" gezeigt werden.

Mehr unter:
www.kulturportal-deutschland.de/kp/artikel.html?artikelid=5368
18.11.2012
Abstrakte Malerei hilft – Neuer Kurs bei Hofgut Per la Vita
Workshop mit Art-Transmitter-Mitarbeiter in Wadern
Wadern-Morscholz. Den zweiten Kunstworkshop 2012 mit Gangolf Peitz auf dem therapeutischen Hofgut Per la Vita gibt’s am Freitag, den 23. November. Von 15 bis 18 Uhr (mit Pause) heißt es dann wieder "Abstrakte Malerei - hilft": Theorie und Praxis, Gespräch und individuelle Bilder. Der Kurs ist offen für jeden, auch für Anfänger gut geeignet und soll die lösende Kraft expressiver Malerei vermitteln. Gearbeitet wird in einer Kleingruppe. Diesmal steht am Anfang das Referat „Outsider Art – Was ist das?“, mit anschließender Diskussion. Die Teilnahme ist kostenfrei, das Arbeitsmaterial wird gestellt (für Material und Kaffeepause kann freiwillig ein Beitrag gegeben werden). Für Teilnehmer mit Behinderung ist ein Fahrtransfer im Raum Merzig-Wadern eingerichtet.

„Abstrakte Malerei – hilft“ findet statt mit Unterstützung des Büro für Kultur- und Sozialarbeit Bous, in Zusammenarbeit mit Selbsthilfe SeelenLaute Saar und dem europäischen Kunstförderprojekt Art-Transmitter. Veranstalter ist der ganzheitlich arbeitende Reithof Per la Vita. Wieder ist ein fruchtbarer, kommunikativer Kreativ-Nachmittag zu erwarten, im ruhigen verbindenden Ambiente von Mensch, Tier, Natur und Kultur, inmitten des erholsamen saarländisch-rheinlandpfälzischen Grenzgebietes Wadern/Hermeskeil.

Weitere Informationen, Kontakt und Anmeldung bei:
Hofgut Per la Vita, Frau Silke Kulzer-Schütt
Zum Bildchen 86, D-66687 Wadern-Morscholz, Tel. 0175/5214285
und bei Referent G. Peitz, gangolf.peitz@web.de
Termine

14.12.2018
Das Entdecken historischer Anstaltskunst
Sammlung Prinzhorn-Tagung am 18./19.01. in Heidelberg
Heidelberg. Museum Sammlung Prinzhorn veranstaltet am 18. und 19. Januar 2019 die Tagung „Vergessenes Kulturgut - Das Entdecken historischer Anstaltsk mehr
12.12.2018
Raw Beauties
Bis 20. Januar in Amsterdam
Amsterdam. Die Outsider Art Gallery in der Neerlandiaplein 7 zeigt bis 20.01.2019 in der Exposition “Raw Beauties” Zeichnungen, Malerei, Collagen und mehr
11.12.2018
UNUSUAL BRAINS: Neurodiversity and Artistic Creation
OAF New York Talk, January 15

 UNUSUAL BRAINS: Neurodiversity and Artistic Creation

New York (USA). Outsider Art Fair New York 2019 informs about this years OAF Talk, January 15, from 7 to 9 pm at the Theater at the New Museum, 235 Bo mehr