Termine
„Molltöne der Seele – Melancholie in der Kunst“ bis 04.01.2013 in Trier
10.12.2012
„Molltöne der Seele – Melancholie in der Kunst“ bis 04.01.2013 in Trier
Psychiatrieeinrichtungen zeigen Werke von KünstlerInnen ihrer Häuser
Trier. Noch bis zum 4. Januar 2013 können im Eingangsfoyer der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Willy-Brandt-Platz 3 in Trier (Mo. - Fr. von 09.00 - 17.00 Uhr) Arbeiten verschiedener KünstlerInnen der Kunsttherapie der Erwachsenenpsychiatrie des Klinikum Mutterhaus, des Caritasverbandes, Wohnverbund Raphaelshaus, aus Trier sowie des gemeindepsychiatrischen Betreuungszentrums Robert-Walser-Haus, Saarburg, besichtigt werden. Auch Künstler von Art-Transmitter nutzen Angebote der oben genannten klinischen bzw. Sozialträger-Einrichtungen.

Die Ausstellung wurde mit einem Vortrag von Dr. med Bernd P. Laufs (Psychiatrie) am 29. November 2012 eröffnet. Eine fachliche künstlerische Einführung ins Opus der Künstler fehlte laut vorliegenden Informationen leider. Ob eine Bilderliste verfügbar ist, ist der Redaktion nicht bekannt, zumal die Veranstaltungsbewerbung wenig intensiv war. Veranstalter ist die Psychiatriekoordination des Landkreises Trier-Saarburg im Kompetenznetz gegen Depression Eifel-Mosel. Die regionale Betroffenen-Selbsthilfe wurde offenbar nicht in die Ausstellungskonzeption oder für einen Vortrag auf der Vernissage einbezogen bzw. vorgesehen, was aus diesen Kreisen bedauert wurde.

25.11.2012
Zwangsbehandlung in Deutschland: Teilerfolg gegen Rückfälle der Politik. 10.12. BPE in Sachverständigenanhörung
Auch Künstler mit und ohne Psychiatrieerfahrung zeigen sich besorgt
Berlin. Wie die Saarbrücker Anlaufstelle für Selbstbestimmt Leben (ASL) am 25. November meldete, konnte verhindert werden, dass die Koalitionsfraktionen das Thema Zwangsbehandlung als Anhängsel an ein anderes Gesetzgebungsverfahren ohne erste Lesung in den Bundestag einbringen. Die Opposition konnte nach massiven Protesten das Schnellverfahren stoppen. Im Bundestag sollte per Eilverfahren das Grundrecht von Bürgerinnen und Bürgern mit psychischer Erkrankung auf körperliche Unversehrtheit eingeschränkt werden.

Die Betroffenen und ihre anerkannten Interessenvertretungen (vgl. Stellungnahme des Bundesverbandes Psychiatrieerfahrener e.V. auf www.bpe-online.de), Ihnen verbundene Angehörige und Einrichtungen, sowie humanistisch denkende berufliche Profis und Experten aus Sozial- und Gesundheitsarbeit wie auch aus der Rechtssprechung (cf. in diesem Zusammenhang die UN-Behindertenrechtskonvention) reagierten daraufhin mit Bestürzung und Entsetzen. Auch seriös und unabhängig arbeitende Medien steuern gegen. Unter anderem kritisierte der „Spiegel“ unter der Überschrift "Zwangsbehandlung: Politiker übergehen die Betroffenen".
Selbst der Betreuungsgerichtstag schrieb im November in Bezug auf DGPPN-Verlautbarungen: „Das letzte halbe Jahr zeigt keine bedrohliche Entwicklung für Patienten in der Psychiatrie. Vielmehr hat sich gezeigt, dass andere therapeutische Wege zur Verfügung stehen und erfolgreich beschritten werden können. Ärztliche Notmaßnahmen sind in allen Bereichen weiterhin möglich."

Immer mehr Protestschreiben gehen bei den Bundestagsabgeordneten ein, eine wachsende Widerstandsbewegung wehrt sich gegen ein nicht nachvollziehbares politisches Procedere. Der Recherche nach kommen die (bisher) im Berliner Plenum gelieferten Argumente fast gänzlich von der der Pharmaindustrie nahestehenden Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Eine Medienkampagne, die die Bedenken der beiden höchsten deutschen Gerichte (BVG und BGH) gegen das Instrument Zwangsbehandlung ins Lächerliche zieht, ist demzufolge pharmafinanziert. Kritiker und Experten monieren im Weiteren, das solch ein Handeln auch vernünftige trialogische Konzepte zerstöre. Dies sei „demokratisch ein Unding, ethisch und religiös inakzeptabel“, hier sei offenbar etwas am Entgleiten. Die deutsche Psychiatrie müsse sich modern nach vorne entwickeln, nicht in ihre Geschichte zurückfallen, „die Kranken und Behinderten von morgen sind wir alle“, hieß es z.B. in einem Brief an saarländische Bundestagsabgeordnete.

Am 10. Dezember soll die öffentliche Sachverständigenanhörung zum Gesetzesentwurf zur Zwangsbehandlung mit Psychopharmaka im Rechtsausschuss unter Beteiligung des Gesundheitsausschusses des deutschen Bundestags stattfinden. Für den Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener ist Vorstandsmitglied Ruth Fricke eingeladen und wird dort den Positionen und Interessen Psychiatrie-Erfahrener Gehör verschaffen. Aus den BPE-Landes- und Ortsorganisationen wurde empfohlen, dass alle Betroffenen und deren Unterstützer/innen sich den Abgeordneten gegenüber zu dem Verfahren weiter äußern: "Selten war die Möglichkeit so gut, über den Gesetzgeber positiven Einfluss auf das reduktionistische Menschenbild der Psychiatrie zu nehmen." Die Redaktion hängt die Stellungnahme von Frau Fricke als pdf an.

Bei der Redaktion von Art-Transmitter.de meldeten sich Künstler mit Psychiatrieerfahrung und äußerten ihre Sorgen. Nicht-betroffene Künstler zeigen sich solidarisch mit ihren Kollegen.
weitere Informationen (PDF)
24.11.2012
"Alles für die Kunst" - bis 13. Januar 2013 in Karlsruhe
ARTE und das ZKM präsentieren Ausstellung
Karlsruhe. Im März dieses Jahres konnten sich KünstlerInnen, AbsolventInnen von Kunsthochschulen sowie Autodidakten mit einem eigenen künstlerischen Stil für ein einmaliges Projekt des Senders ARTE bewerben: Die ARTE »TV-Masterclass« bot die Gelegenheit unter Anleitung von MentorInnen der Frage nach Kunst sowie der Entstehung einer Ausstellung in eigener künstlerischer Arbeit auf den Grund zu gehen.

Eine international renommierte Jury (u. a. mit Jurist und Kunstliebhaber Peter Raue und Medienunternehmerin und Kunstsammlerin Christiane zu Salm) wählte aus den mehr als 2.000 BewerberInnen sieben TeilnehmerInnen aus, die in einer Masterclass die Gelegenheit erhielten, sich von bekannten Künstlerinnen wie Dieter Meier und Angel Vergara als MentorInnen bei der Arbeit zuschauen und beraten zu lassen.

Rund um die Frage »Was ist moderne Kunst?« drehte sich die im Sommer produzierte sechsteilige ARTE-Sendereihe. Die Jury begleitete die Arbeit der KünstlerInnen mit lebendigen und auch kontroversen Diskussionen. Gleichwohl sich die Anzahl der TeilnehmerInnen im Laufe des Projekts von sieben auf vier reduzierte, entstanden spannende Werke, die im Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe-Medienmuseum in der Ausstellung "ARTE und das ZKM präsentieren »Alles für die Kunst«" gezeigt werden.

Mehr unter:
www.kulturportal-deutschland.de/kp/artikel.html?artikelid=5368
Termine

14.08.2017
The Golden Ratio Laws
Madge Gill, Adolf Wölfli, Beverly Baker, Gugging artists, a.o.m. in Northern Portugal
São João da Madeira. Until October 1, 2017 at Oliva Creative Factory, an exhibition curated by Antonia Gaeta, "The Golden Ratio Laws" shows mehr
01.08.2017
Outsider Art-Präsentation auf GKV-Selbsthilfetag 2.9. in Saarbrücken
Art-Transmitter zeigt im SeelenLaute-Pavillon ausgewählte Werke

Outsider Art-Präsentation auf GKV-Selbsthilfetag 2.9. in Saarbrücken

Saarbrücken. Selbsthilfe SeelenLaute Saar nimmt mit einem Informations-Pavillon für seelische Gesundheit am Samstag, 2. September 2017 beim saarländis mehr
31.07.2017
4. Kreativ-Selbsthilfetage seelische Gesundheit RLP
11./12. August 2017 im MGH Saarburg

4. Kreativ-Selbsthilfetage seelische Gesundheit RLP

Saarburg. Am Freitag und Samstag 11./12. August 2017 finden ganztags die 4. Kreativ-Selbsthilfetage für seelische Gesundheit in Rheinland-Pfalz statt. mehr