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Aufregende Kunst im Krankenhaus - Hausverbot für Art Brut?
02.12.2009
Aufregende Kunst im Krankenhaus - Hausverbot für Art Brut?
Klinik hat anderes Kunstverständnis als Betroffene
Mülheim/Ruhr. Zum regulären Veranstaltungs- und Therapieprogramm des St. Marien-Hospitals in Mülheim an der Ruhr gehört auch die Bildende Kunst mit und für PatientInnen dieser psychiatrischen Klinikeinrichtung. Man versteht Kunst hier als eine wichtige Komponente und mehr als das "Behängen weißer Flächen". Ständige Wechselausstellungen im Marienhospital sollen eine besondere Atmosphäre schaffen. Man ist dabei überzeugt, dass Kunst und Bilder für die Beschäftigten, Patienten und Besucher wichtig geworden sind und den Heilungsprozess der Patienten fördern.

Das Mülheimer Krankenhaus, eine kirchliche Einrichtung der Contilia Gruppe, vertritt dabei ein eigenes Kunstkonzept. Wie das Haus mitteilt, sei man "kein Museum, .. in dem Kunst provozieren darf und soll." Vielmehr dürfe Im Krankenhaus die Kunst anregen, "sollte aber niemals aufregen". Es sei stets ein Balanceakt zwischen den Ansprüchen des Künstlers und der "Unaufdringlichkeit der Werke und Exponate" zu wahren.

Diese Aussagen stießen nun im Rahmen einer aktuellen Kulturdiskussion bei psychiatrieerfahrenen und nicht-betroffenen Künstlerinnen und Künstlern auf deutliche Kritik. So hieß es von Experten aus Kultur und Gesundheitsselbst-
hilfe in einem Chat mit der Redaktion der Selbsthilfezeitschrift "SeelenLaute",
man begegne einem solchen Kunstbegriff mit Unverständnis. Gerade im Krankenhaus müsse Kunst von Patienten frei und befreiend möglich sein, um Menschen mit belasteten Emotionen auch medikamentenfreie, heilende künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten und alternative Genesungswege zu geben. Dies sei nachweislich von hohem therapeutischem Wert, denn nicht wenige Patienten erkrankten ja, weil sie Kritik und provozieren verlernt oder nicht gelernt hätten. Kunstfreiheit müsse hier praktisch ausgeübte Selbstbestimmung sein.
Wichtige Aufgabe einer Fachklinik sei es doch hier, seelisch beeinträchtigte Menschen auch in der so genannten Art Brut künstlerisch zu fördern. Eine Kunst, die in einer Therapieeinrichtung nicht provozieren dürfe, weder aufregend noch aufdringlich sein könne, sei traurig, langweilig, verfälscht und somit defizitär. Ein katholischer Teilnehmer merkte abschließend im November-Chat der "SeelenLaute" an, in unserem Kulturkreis habe auch Jesus Christus als gesellschaftlicher Outsider Anderssein und Provokation "gegen den Strom" gesund vorgelebt. Dies sei wichtige Lebenskunst.

Kontakt/Informationen zu den Ausstellungen im St. Marien-Hospital:
St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr GmbH, Kaiserstraße 50, 45468 Mülheim an der Ruhr. Telefon (0208) 305-27 57

Bei Interesse am Erwerb von Bildern vermittelt die Klinik gerne den
den Kontakt zu den ausstellenden Künstlern.
Vierte WHO AM I-Biennale in Rotterdam
01.12.2009
Vierte WHO AM I-Biennale in Rotterdam
Galerie Atelier Herenplaats zeigt 3 x 5 unterschiedliche Künstler
Rotterdam/Niederlande. "Who am I" .. die Vierte. Vom 13.11.2009 bis 24.01.2010 zeigen fünfzehn junge Künstler mit ganz unterschiedlichem Hintergrund in einer gemeinsamen Ausstellung in der Galerie Herenplaats, Rotterdam als vierte Biennale des Hauses ihre grafischen Werke: fünf Kunstmaler aus dem eigenen Atelier Herenplaats, fünf Kunststudenten der Rotterdamer Willem de Kooning-Akademie und fünf Kunstschaffende des Ateliers "Vrije Grafiek" aus dem belgischen Gent.

Das Studio Atelier Herenplaats im holländischen Rotterdam bietet Menschen mit geistiger Behinderung die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten im Bereich der bildenden Künste zu schulen. Fortgeschrittene Künstler erhalten individuelle Unterstützung in Einzel- und Gruppenarbeit. Hierzu unterrichten professionelle Künstler und Kunstlehrer in der eigenen Kunstakademie und versuchen, die neuen Künstler auch beruflich zu integrieren.
Die gleichnamige Galerie Herenplaats fokussiert ihre Präsentationen auf "Art Brut" und zeigt in ihren Räumlichkeiten in Rotterdam sowie im Internet "Outsider"-Kunst von Künstlern mit vornehmlich geistiger Behinderung aus dem niederländischen Raum.

In den fünfzehn Jahren seit Gründung hat Herenplaats aus einem kleinen Studio für anfangs sechs Künstler ein Kunstzentrum mit verschiedenen Studios, Kunstprojekten und Ausstellungen, sowohl in seiner eigenen Galerie und an anderen Orten in den Niederlanden und im Ausland entwickelt. Auch hier weiß man, dass das Interesse an so genannter Outsider Art in den letzten Jahren gewachsen ist. In vielen Ländern in Europas widmen sich Museen und Kunstprojekte heute diesem Kunstthema und vor allem in den Vereinigten Staaten besteht ein florierender Markt, der vermehrt nach Europa rückwirkt.

Die Öffnungszeiten der Galerie: Montag bis Freitag von 13.00 - 17.00 Uhr

Adresse/Kontakt:
Galerie Atelier Herenplaats, Schiedamse Vest 56-58, NL-3011 BD Rotterdam, Tel: 0031 010-214 11 08, E-mail: atelier@herenplaats.nl
www.herenplaats.nl
Jahresausstellung im Kunsthaus Kannen
24.11.2009
Jahresausstellung im Kunsthaus Kannen
50 Outsider-Art-Künstler zeigen Malerei, Grafik und Objektkunst
Münster. Vom 18. Oktober 2009 bis zum 28. Februar 2010 findet im Kunsthaus Kannen die alljährliche Jahresausstellung statt. Es werden ca. 300 Arbeiten von über 50 "Outsider"-Künstlern des Hauses sowie von Gastkünstlern aus Deutschland und Europa präsentiert. Neben Aquarellen, Kreide-, Tusche- und Bleistiftzeichnungen werden unter anderem fantasievoll gestaltete Collagen von Michael Globisch gezeigt. In der neuen Jahresausstellung sind also nicht nur Arbeiten von bekannten Künstlern des Hauses, wie Klaus Mücke oder Matthias Klepgen ausgestellt, sondern außerdem Werke von neuen, jungen Talenten aus dem In- und Ausland. Die vielfältigen Werke stammen sowohl von geistig behinderten wie auch von chronisch psychisch erkrankten Künstlern, wie das Haus bekannt gab.

Kunst jenseits des etablierten Kunstbetriebs wird als „Outsider Art“ in den Ateliers des Münsteraner Kunsthauses im Alexianerweg 9 gefördert und der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Kunsthaus Kannen ist in den Klinikkomplex des Alexianer Krankenhauses, einer Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, eingegliedert. Seine Entstehung geht auf die Förderung künstlerisch besonders begabter Langzeitpatienten zurück. Seit Oktober 2000 ist das Kunsthaus als „Modellprojekt Gemeinschaft behinderter Künstler“ anerkannt und wird von der Alexianer Bruderschaft und der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes NRW unterstützt.

Öffnungszeiten Kunsthaus Kannen:
Di - So, Feiertage 13.00 - 17.00 Uhr, Sinnespark täglich 9.00 - 19.00 Uhr, Café täglich 10.00 - 20.00 Uhr. Führungen mit Anmeldung: Mo - Fr 9.00 - 17.00 Uhr (Anmeldung beim Sekretariat unter 02501 966 20 560)
Der Eintritt ist frei.
www.kunsthaus-kannen.de
Termine

20.07.2018
5. Kreativ-Selbsthilfetage RLP am 24./25. August in Saarburg
Workshops Bildhauerei, Lyrik, Natur und Sport. Öffentlicher Infostand
Saarburg. Mit TeilnehmerInnen und BesucherInnen von Saarbrücken bis Wittlich und sogar schon aus Westfalen und Berlin haben sie sich gut entwickelt un mehr
19.07.2018
Letzter Montmartre in Saarbrücken
Art-Transmitter am 18.8. dabei
Saarbrücken. Am Samstag, 18. August 2018 verwandeln Maler des Malclub-Saar in Saarbrücken von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr die barocke Ludwigsplatzanlage w mehr
19.07.2018
„Kunst von Außenseitern“ im Hans-Ralfs-Haus Neustadt
Meisterwerke aus der Sammlung Demirel. Vernissage am 19. August
Neustadt i.H. „Kunst von Außenseitern – Meisterwerke aus der Sammlung Demirel“, heißt eine Ausstellung zum fünfzehnjährigen Bestehen des Hans-Ralfs-Ha mehr