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Russische Outsider Art in Moskau
06.01.2010
Russische Outsider Art in Moskau
Besondere Sammlung seit Perestroika
Moskau/Russland. Die Sammlung des Moskauer Museums für Outsider Art wurde, eher unspektakulär, im Jahr 1989 gegründet. Die Perestroika hatte die öffentliche Aufmerksamkeit auf neuen Ideen in der Kunst wie auch auf die Situation von Menschen mit Behinderungen in der sowjetischen Gesellschaft gelenkt. 1990 wurde die erste Ausstellung russischer Kunst von Künstlern mit geistigen und psychischen Beeinträchtigungen gezeigt. Diese war sehr erfolgreich und reiste in mehrere europäische Hauptstädte. Darüber erhielten die russischen Organisatoren Kontakt zur im Westen bekannten Art Brut, die in der ehemaligen Sowjetunion offiziell unbekannt war.

Das erste russische Museum für Outsider Art wurde 1996 eröffnet. Seitdem ist der Sammlungsfundus stetig gewachsen, sodass man 2000 neue Räumlichkeiten in Moskau bezog. Heute ist dieses besondere Museum ein Haus, das sich exklusiv dem Sammeln und Ausstellen von Outsider Art in Russland widmet. In den Jahren zuvor wurde die Sammlung in der ehemaligen Sowjetunion gezeigt, sowie in Deutschland, Luxemburg, in der Schweiz, Ungarn, Bulgarien, Südafrika, Peru und in den Vereinigten Staaten.

Eigenwillig erscheint der dortige Umgang mit den Definitionsbegrifflichkeiten zu Outsider Art, wie Kunstkenner aus Westeuropa anmerken. Er sei aus der anders gelagerten Historie zu verstehen. Gleichwohl wird der Faszination über viele einzigartige und hochwertige Exponate der in dieser Moskauer Sammlung vertretenen russischen Künstler Ausdruck verliehen.

Adresse, Kontakt und weitere Informationen:

Russian Museum of Outsider Art
105043 Russia, Moscow, Izmailovski blvd. 30
Tel./fax: (095) 465-6304, (095) 164-3738
E-mail: outsider@izmaylovo.ru
Direktor: Vladimir Abakumov
www.museum.ru/outsider/
«Keine Katastrophe ohne Idylle, keine Idylle ohne Katastrophe»
02.01.2010
«Keine Katastrophe ohne Idylle, keine Idylle ohne Katastrophe»
Aktuelle Ausstellung im St. Gallener Museum im Lagerhaus
St. Gallen/Schweiz. Mit der bis 30. Januar 2010 im Museum im Lagerhaus St. Gallen zu sehenden Ausstellung aus dem Sammlungsbestand soll dem Begriff der ‚Kultur‘ die ‚Natur‘ und mit ihr die ‚Idylle‘ entgegengesetzt werden. Wie zerbrechlich diese ist, belegt das Titelzitat von Harald Szeemann zur Charakterisierung des Werkes von Adolf Wölfli.

Das Schweizer Museum zeigt hierin brisante, spannende Werke aus allen Bereichen, von so genannter Naiver Kunst über Art Brut bis zu Outsider Art. Die Exposition umfasst Klassiker sowie Neuzugänge und nie gezeigte Werke der Sammlung.
Zu sehen sind beispielsweise Bilder von Adolf Wölfi (1864-1930, Bewohner der psychiatrischen Anstalt Waldau bei Bern), von Konrad Zülle (1918-1988), Niklaus Wenk (geb. 1913), von „Angelus“ (1910-1993) und Hedi Zuber (1916-1996). Kaum ein Name wird so sehr mit „schweizerischer“ Art Brut identifiziert wie der von Hans Krüsi oder der des Zementplastikers Ulrich Bleiker, die hier gleichfalls mit ihrem künstlerischen Werk präsentiert sind.

Das Museum im Lagerhaus wurde 1988 eröffnet. Träger ist die Stiftung für schweizerische Naive Kunst und Art Brut, die im gleichen Jahr von drei Sammler-Ehepaaren errichtet worden ist. 20 Jahre lang haben Simone Schaufelberger als Leiterin und ihr Mann als Präsident des Stiftungsrates das Museum weitgehend ehrenamtlich geführt und eine umfangreiche Sammlung aufgebaut. Stiftung und Museum haben zum Ziel, Interesse und Verständnis für die verschiedenen Bereiche der Outsider Art zu wecken und zu fördern. Ausstellungen in St. Gallen und anderorts, die Beteiligung an Ausstellungen anderer Institutionen sowie der Ausbau der stiftungseigenen Sammlung sind auf diese Zielsetzung ausgerichtet. Das Museum im Lagerhaus führt jährlich mindestens vier Wechselausstellungen durch. Daneben werden ständig Werkgruppen aus der Stiftungssammlung gezeigt, die in regelmäßigen Abständen ausgewechselt werden. Finanziert werden Stiftung und Museum durch Subventionen von Kantonen und Gemeinden, durch Sponsoring und durch verschiedene Betriebseinnahmen. Dazu kommen jährlich wiederkehrende Beiträge mehrerer hundert privater Gönnerinnen und Gönner.

Adresse und Kontakt:
Museum im Lagerhaus, Stiftung für schweizerische Naive Kunst und Art Brut, Davidstrasse 44, CH-9000 St. Gallen
Telefon +41 (0)71 223 5857
Fax +41 (0)71 223 5812

Öffnungszeiten:
Di bis Fr 14–18 Uhr; Sa/So 12–17 Uhr
www.museumimlagerhaus.ch
02.01.2010
Neue "SHG Kreativ" in Ostwestfalen gegründet
„Seelische Gesundheit durch Literatur und Kunst“
Löhne. Über Teilnehmer einer Dortmunder Selbsthilfegruppe hat sich Winter 2009/2010 mit Sitz in Löhne die neue Selbsthilfegruppe "SHG Kreativ" in Ostwestfalen-Lippe gegründet und sich hier als literarisch-künstlerische Initiative positioniert. Im Mittelpunkt steht Poetisch-Künstlerisches, unter dem Aspekt "Seelische Gesundheit durch musische Beschäftigung".

Man bietet reguläre Gruppentreffen in Herford, sowie irreguläre Treffen nach Absprache an. Angesprochen sind psychiatrieerfahrene Betroffene mit Interesse an individuellen kreativen Wegen per Literatur und Kunst für seelische Gesundheit, als Alternative zu nicht zufrieden stellenden herkömmlichen instistutionellen Angeboten örtlicher Ergotherapien, Kliniken, Heimen etc. "Mehr Selbstbestimmung statt Fürsorge" heißt es zudem bei der neuen Gruppe. SHG "Kreativ" ist dem BPE e.V. frei assoziert freundschaftlich verbunden und wird in der Gesundheitsarbeit von den gesetzlichen Krankenkassen begrüßt und unterstützt.

Monatstreffen: regulär jeden 1. Montag im Monat von 18 - 19 Uhr im Café "La Menge", Herford.

Neben den Meetings sind in der laufenden Selbsthilfearbeit Fachveranstaltungsbesuche, eine spezifische integrative Öffentlichkeitsarbeit sowie eigene Publikations- und Mitteilungsseiten in der deutschen Selbsthifefachzeitschrift "SeelenLaute" weitere Punkte der "Kreativ"-Gesundheitsarbeit mit Betroffenenkompetenz.

Als Projekte sind ein Online-Informationsdienst NRW über art-transmitter.de und ein Literatur-Gesundheitsseminar für eine interessierte Kleingruppe Psychiatrieerfahrener geplant.

Kontakt/Anmeldung:
Interessierte Psychiatrieerfahrene melden sich bitte per E-mail bei Leiter Michael: michael.huss@gmx.net

Im Anhang der aktuelle Flyer für weitere Informationen (PDF)
Termine

21.09.2018
3. „SeelenLand“-Abend 10.10. in Trier
„Barrierefrei wohnen. Auch für die Seele?“, Kästner-Livemusik mit Rap & Outsider Art

3. „SeelenLand“-Abend 10.10. in Trier

Trier. „SeelenLand – Zum Dritten“‚ heißt es am 10. Oktober, dem Welttag der Seelischen Gesundheit, bei der AWO in der Saarstraße und als erste Veranst mehr
20.09.2018
EXTRAORDINAIRE! in Heidelberg
Unbekannte Kunst aus Schweizer Psychiatrien um 1900
Heidelberg. Museum Sammlung Prinzhorn zeigt vom 11. Oktober 2018 bis 20. Januar 2019 die Wanderausstellung „Extraordinaire!“. Künstlerisches Schaffen mehr
17.09.2018
Kunst von Harald Stoffers
Bis 27.9. in Hamburg zu sehen
Hamburg. Galerie der Villa der Elbe-Werkstätten GmbH arbeitet als Werkstatt für behinderte Menschen (WfB) und zeigt bis 27. September 2018 abstrakt-te mehr