Nachrichten
„Himmel und mehr“ zeigt Leben und Werk von Dorothea Buck
15.01.2010
„Himmel und mehr“ zeigt Leben und Werk von Dorothea Buck
Kino-Dokumentarfilm über die heute 92jährige Bildhauerin
Berlin/Hamburg. 1917 geboren, gerät Dorothea Buck mit neunzehn Jahren in eine schwere psychische Krise. Die ärztliche Diagnose „Schizophrenie“ stempelt sie im Dritten Reich als minderwertig ab, gemäß dem Erbgesundheitsgesetz wird sie 1936 zwangssterilisiert. Einige Jahre später entgeht sie nur knapp der „Euthanasie”. Bis 1959 erlebt sie insgesamt fünf psychotische Schübe und die jeweils neuesten so genannten Heilmethoden: Dauerbad, Insulinschocks, Elektroschocks, Psychopharmaka.
Entgegen der ärztlichen Unheilbarkeitsprognose versucht Dorothea Buck zu verstehen, wie die Psychose entstand. Schließlich findet sie den Schlüssel zu ihrer endgültigen wirklichen Heilung, heilt sich selbst von ihrer Erkrankung. Am meisten staunt man darüber, welche Kraft sie aus ihrem Schicksal gezogen hat, Kraft für ihren bekannten jahrzehntelangen, unerschrockenen und oft erfolgreichen Kampf für mehr Menschlichkeit in der Psychiatrie. 2008 wird sie in Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Untrennbar verbunden mit ihrem Lebensweg ist die Entwicklung zu einer ausdrucksstarken und vielfach ausgezeichneten Bildhauerin.
Regisseurin Alexandra Pohlmeier hat Dorothea Buck zwischen 2001 und 2008 regelmäßig in ihrer Hamburger Atelierwohnung besucht und auf ihren Reisen begleitet, um diese große Lebenserzählung festzuhalten. Im Dokumentarfilm (Erstaufführung 2009) hat das künstlerische Werk einen wichtigen Stellenwert. Akzentuiert eingeschnitten entfaltet sich ein beeindruckendes bildhauerisches Schaffen, das vor allem das zu beschwören scheint, was Dorothea Buck in den so genannten Heilanstalten versagt geblieben ist: Menschliche Zuwendung und Wärme.

Die Bildhauerin Dorothea Buck ist durch die Hölle gegangen. Aus eigener Kraft hat sie zurück in ein erfülltes Leben gefunden. „Himmel und mehr“ zeigt Weg und Werk einer mutigen, außergewöhnlichen Frau, einer Lebens-Künstlerin.

Weitere Informationen zum Film und Termine verschiedener Filmabende in Deutschland in 2010 finden Sie hier:
www.himmelundmehr.de
Große Art Brut-Sammlung in dänischer Universitätsklinik
13.01.2010
Große Art Brut-Sammlung in dänischer Universitätsklinik
Museum Ovartaci beherbergt 6000 Werke - 850 Exponate in der Dauerausstellung
Aarhus/Dänemark. Das Museum im Psychiatrischen Universitätskrankenhaus Aarhus ist eines der größten seiner Art in Europa. Es ist in ein Psychiatrisch-Historisches Museum und in ein Kunstmuseum von insgesamt mehr als 2000 qm Ausstellungsfläche aufgeteilt. Das Gebäude wurde 1852 als Krankenhaus eingeweiht. In dieser Zeit war „Jydske Asyl“ („Jütländisches Asyl“), wie es genannt wurde, Ausdruck eines neuen humanistischen Zeitgeistes.

Die Ausstellung soll zur Aufklärung und „Entmystifizierung“ bzgl. psychischer Erkrankungen beitragen, „durch einen zum Nachdenken anregenden Einblick in Menschenschicksale in einer sonst geschlossenen Welt“, wie es das Haus formuliert. Ein besonderes Kapitel dänischer Geschichte wird hier erzählt.

Das Kunstmuseum im Erdgeschoss zeigt in seiner Dauerausstellung 850 Exponate von 86 Künstlern, die mehrheitlich Patienten dieses Krankenhauses waren. Der berühmteste Künstler des Museums ist Louis Marcussen, der unter dem Namen Ovartaci bekannt ist. Während der 56 Jahre, die Ovartaci im Krankenhaus lebte, zeichnete, malte und schrieb er, erfand und baute Maschinen und Skulpturen. Durch seine einzigartigen Bilder bekommt man einen guten Einblick in Ovartacis wundersames Universum, in Arbeit, Werk und Sichtweise eines bedeutenden Art-Brut-Künstlers.

Das Museum Ovartaci betreibt eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, veranstaltet jährlich 5-6 Wechselausstellungen, Workshops, Vorträge, Konzerte, publiziert Fachliteratur und arbeitet heute vielseitig am Prozess der Entstigmatiserung von Menschen mit psychischen Leiden mit.
Das Museum ist täglich geöffnet.

Kontakt und Adresse:
Museum Ovartaci
Aarhus Universitetshospital
Skovgervej 2
DK-8240 Risskov
Tel. (Dänemark) 77893680
E-Mail: Museum@ovartaci.dk
www.ovartaci.dk
Einfache Putzfrau, ungewöhnliche Künstlerin - Séraphine Louis
09.01.2010
Einfache Putzfrau, ungewöhnliche Künstlerin - Séraphine Louis
Museum Charlotte Zander zeigt Art Brut, Kunst der Naive und Outsider Art
Bönnigheim/Baden-Württemberg. Das Museum Charlotte Zander beherbergt seit 1996 eine einzigartige Privatsammlung in der Kombination Kunst der Naive, Art Brut und Outsider Art, die 4000 Gemälde und Skulpturen umfasst. Die Sammlung von Charlotte Zander befindet sich in Schloss Bönnigheim (zwischen Heilbronn und Stuttgart gelegen) und ist täglich, außer montags, zu besichtigen. Die ständige Präsentation verteilt sich im großzügigen historischen Ambiente auf 43 Säle mit 2000 qm Ausstellungsfläche.

Im Mittelpunkt stehen die Maler der klassischen französischen Naive mit Exponaten von Henri Rousseau, André Bauchant, Camille Bombois, Séraphine Louis und Louis Vivin. Weiterer Schwerpunkt: Europäische, amerikanische und russische Klassiker der Naive wie Adolf Dietrich, Ivan Generalić, Niko Pirosmani, Nikifor, Morris Hirshfield, Matija Skurjeni und Adalbert Trillhaase. Neben den bedeutendsten Werken internationaler Künstler der Art Brut, z.B. Adolf Wölfli, Carlo Zinelli, die Künstler aus Gugging, ist auch die Outsider Art vertreten, mit Friedrich Schröder-Sonnenstern, Anselme Bois-Vives, Scottie Wilson, Ilja Bosilj, Pietro Ghizzardi und Sava Sekulić.

Aktuell zeigt das Haus in einer Sonderveranstaltung Werke von Séraphine Louis, im Kontext mit dem Kinostart des Künstlerfilms Séraphine (17.12.2009). Die Malerin Séraphine Louis (1864-1942) war eine ungewöhnliche Künstlerin: als einfache Putzfrau und Autodidaktin entsprach sie nicht den konventionellen Vorstellungen des akademischen und intellektuellen Künstlerlebens ihrer Zeit. Zahlreiche internationale Ausstellungen, die aktuelle Publikation des Werkverzeichnisses und insbesondere der Film Séraphine des Regisseurs Martin Provost belegen die bis heute ungebrochene Faszination für ein außergewöhnliches Lebenswerk.

Museum Charlotte Zander
Schloss Bönnigheim
Hauptstraße 15, D-74357 Bönnigheim
Tel.: 07143 4226, Fax: 07143/4220
cynthia.thumm@sammlung-zander.de
www.sammlung-zander.de
Termine

21.09.2018
3. „SeelenLand“-Abend 10.10. in Trier
„Barrierefrei wohnen. Auch für die Seele?“, Kästner-Livemusik mit Rap & Outsider Art

3. „SeelenLand“-Abend 10.10. in Trier

Trier. „SeelenLand – Zum Dritten“‚ heißt es am 10. Oktober, dem Welttag der Seelischen Gesundheit, bei der AWO in der Saarstraße und als erste Veranst mehr
20.09.2018
EXTRAORDINAIRE! in Heidelberg
Unbekannte Kunst aus Schweizer Psychiatrien um 1900
Heidelberg. Museum Sammlung Prinzhorn zeigt vom 11. Oktober 2018 bis 20. Januar 2019 die Wanderausstellung „Extraordinaire!“. Künstlerisches Schaffen mehr
17.09.2018
Kunst von Harald Stoffers
Bis 27.9. in Hamburg zu sehen
Hamburg. Galerie der Villa der Elbe-Werkstätten GmbH arbeitet als Werkstatt für behinderte Menschen (WfB) und zeigt bis 27. September 2018 abstrakt-te mehr