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Hildegard-Wohlgemuth-Archiv in Bayreuth eröffnet
05.02.2010
Hildegard-Wohlgemuth-Archiv in Bayreuth eröffnet
Outsider-Art-Künstlerin befreite sich durch Malerei
Bayreuth. Hildegard Wohlgemuth (1933 - 2003) wurde als Kriegskind auf der Flucht von ihrer Familie getrennt. Bei einem Bombenangriff überlebte sie als einzige von allen Kindern eines Kinderheims. Seither hörte sie Stimmen. Der nachfolgende Irrweg führte durch Heime und Krankenhäuser, die Stimmen aber blieben. Sie befreite sich mit ihrer Malerei, in symbolvollen Bildern, worin „ihre Stimmen“ als die damaligen Kinder erkennbar wurden.

Eine spannende Sammlung von über 150 Exponaten, die das künstlerische Lebenswerk der Hamburgerin zeigt, ist in Bayreuth für die Öffentlichkeit zu besichtigen. Die Künstlerin, die mit schizophrener Diagnose arm, aber eigenwillig und selbstbewusst lebte und als „Bettelkönigin“ auf dem Gänsemarkt der Hansestadt Geld für ihr Arbeitsmaterial, für Papier, Farben, Filzstifte und Pinsel sammelte, fand durch ihr in den achtziger Jahren begonnenes bildnerisches Arbeiten ihre eigene Genesung und nach 35 Jahren im Alter von 61 Jahren das Ende von rechtlicher Betreuung.
Auf ihrer Malschürze stand: „Malen befreit“. Immer wieder war sie per Anhalter nach Paris, in ihre Lieblingsstadt gefahren und hatte sich mit Clochards befreundet. Techniken von Hildegard Wohlgemuth sind die farbvolle Malerei in Acryl, Aquarell und mit Filzstiften in einer lebendigen, phantasiereichen wie auch märchenhaft anmutenden Motivwahl. Ein in ihre Bilderwelt häufig inkludiertes Element ist die Katze. Bekannt wurde die Malerin auch durch die Illustrierung des Buches „Die Bettelkönigin“ (hrsg. vom Psychiatrie-Verlag).
Ihre Werke wurden in Hamburg, Berlin, München, Nürnberg, Bayreuth, Freiburg ausgestellt und befinden sich in einigen Privatsammlungen. Ausgesuchte Werke können heute über das neue Archiv in Bayreuth mit einem Begleitprogramm als Ausstellung ausgeliehen werden.

Hildegard-Wohlgemuth-Archiv
Im Kreativladen „Rote Katze“
Mittelstraße 14
95444 Bayreuth
Tel. 0921-5087100
02.02.2010
"Gegen jede Vernunft" zeigt Prager und Pariser Surrealisten
Ludwigshafener Partnerausstellung zur Prinzhornveranstaltung
Ludwigshafen. In Ludwigshafen ist bis zum 14.02.2010 parallel zur Heidelberger Prinzhornausstellung "Surrealismus und Wahnsinn" (wir berichteten) im Wilhelm-Hack-Museum und beim Kunstverein die Partnerausstellung "Gegen jede Vernunft" zu sehen. Hier steht mit dem Surrealismus eine der folgenreichsten Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt eines großen Ausstellungsprojektes von BASF SE und Stadt Ludwigshafen. Unter Schirmherrschaft des Schriftstellers Pavel Kohout sind mehr als 300 Werke aus aller Welt ausgestellt.
Als "magische Metropole Europas" bezeichnete der führende Kopf der surrealistischen Bewegung, André Breton, die Kunststadt Prag. Aber die tschechische Variante blieb in Deutschland weitgehend unbekannt. Die beteiligten Institutionen zeigen hier in einer umfassenden Werkschau erstmalig neben den bekannten Pariser Surrealisten die zu Unrecht vergessenen Prager Künstler, die surrealistisches Gedanken- und Formengut bis in die 1970er Jahre weiter entwickelten. Dabei zeichnen die Arbeiten aus den Jahren 1919 bis 1969 ein lebendiges Bild des Austausches zwischen den beiden Kunstzentren.

Wilhelm-Hack-Museum
Berliner Straße 23
67059 Ludwigshafen am Rhein
Tel. 0621 504-3045

Öffnungszeiten:
DI-MI, FR-SO 10.00 - 18.00 Uhr, DO 10.00 - 20.00 Uhr, MO geschlossen

Eintrittspreise:
Regulär 13 €, ermäßigt 9 €, Familienkarte 25 €, Schüler/Klassen 3 €. Besondere Ermäßigungen: donnerstags ab 17 Uhr und samstags ab 16 Uhr gilt der ermäßigte Eintritt von 9 Euro. Dienstags zahlen Studenten nur 5 Euro.

Es gibt ein umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung:
weitere Informationen (PDF)
www.wilhelmhack.museum/ausstellungen
Titelbildwettbewerb für „Psychiatrische Praxis“ 2011
29.01.2010
Titelbildwettbewerb für „Psychiatrische Praxis“ 2011
Thieme-Verlag will außerdem eine Ausstellung organisieren
Stuttgart. Der bekannte medizinisch-wissenschaftliche Fachverlag Thieme schreibt für die Titelbildgestaltung seiner Fachzeitschrift „Psychiatrische Praxis“ einen Wettbewerb aus. Gesucht werden bildnerische Werke zum Thema Psychiatrie. Beteiligen können sich kunstschaffende Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige, beruflich in der Psychiatrie Tätige und alle an seelischer Gesundheit Interessierten, wie das Verlagshaus in Heft 37/2010 mitteilt. Einsendeschluss ist der 31. August 2010.
Eine Fachjury ermittelt die acht „originellsten“ Bilder, die dann zur Gestaltung der Titelseiten in 2011 verwendet werden. Dafür zahlt das Verlagshaus den Künstlern das Bildhonorar, hier jeweils 100 Euro. Zudem will man später eine Ausstellung mit 30 ausgesuchten Werken des Wettbewerbs „im öffentlichen Raum“ organisieren. Die Modalitäten für die ausstellenden Künstler sowie Angaben zum Autorenrecht für die Teilnehmer an Wettbewerb und Ausstellung werden von dem professionellen Verlag in der Ausschreibung nicht mitgeteilt.

Unter dem Titel „Jeder Mensch ein Künstler“ ist in der vorliegenden Ausgabe eine Abhandlung des Ulmer Arztes Prof. Thomas Becker zum Thema „Patientenkunst“ aus Medizinersicht abgedruckt. Wie Leser aus Kunst- und Betroffenenkreisen anmerkten, werden im Beitrag Kunsttheorie und Definitionen teilweise verwischt dargestellt bzw. unkritisch reflektiert.

Ihre Zeitschrift „Psychiatrische Praxis“ (erscheint mit 1800 Ex. Auflage pro Ausgabe acht mal im Jahr) verkauft die Thieme Verlagsgruppe, die über 100 Titel verlegt, für 36 Euro pro Heft. Ein Preis, mit dem die Zeitschrift faktisch nicht für jedermann erschwinglich ist. Das Periodikum ist Organ der drei ärztlichen Vereinigungen DGGPP, ACKPA und BDK. Der Leserkreis sind primär PsychiaterInnen in Kliniken und ambulanten Einrichtungen.

Velags- und Wettbewerbskontakt:
Georg Thieme Verlag KG, Frau Katrin Stauffer, Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart
www.thieme.de/fz/psychiat-praxis
Termine

23.06.2018
Art-Transmitter auf Internationalem Kunst-Open Air Lellgen
Künstlerstand am 23. Juni in den Ardennen von 11 bis 17 Uhr

Art-Transmitter auf Internationalem Kunst-Open Air Lellgen

Lellgen (Luxemburg). Zum 28. Internationalen Kunstfestival Lellingen am Luxemburger Nationalfeiertag ist auch der saarländische Künstlerautor Gangolf mehr
20.06.2018
DISRUPTION – Peter Hommers Selbstportraits
22.6. Vernissage bei Galerie Isola
Frankfurt am Main. Zusammen mit Patricia Espinosa „America´s Teddy Bear“ zeigt die Frankfurter Outsider Art-Galerie Isola „Disruption – Peter Hommers mehr
15.06.2018
"L’envol" im La Maison Rouge
Pariser Kunsthaus schließt
Paris. Wie die Fachpresse berichtet, schließt das auch mit Außenseiterkunst befasste renommierte Pariser La Maison Rouge mit der Ausstellung "L’e mehr