Nachrichten
22.08.2010
"Flexible Ausstellung" Liam Dûcray in Saarbrücken
Vernissage am 3. September im TZ STaPE
Saarbrücken. „Ein Bild kann alles Mögliche (und alles Unmögliche) aussagen. Auch Dinge, die wir nicht in Worte gießen können. Denn aus Bildern sprechen Impressionen, Fantasien und Emotionen. Im Bild können wir die Grenzen des Realistischen sprengen, indem wir etwas darstellen, was so in der realen Welt nicht vorzufinden ist. Manche Bilder haben eine recht deutliche Aussage und ersetzen damit den gesprochenen Ausdruck des Künstlers durch Form und Farbe. Andere Bilder sind reich an Symbolik und Metaphorik und laden zum Rätseln ein. Hierdurch zwingt der Künstler den Betrachter ohne weitere Worte und Taten zum Nachdenken. Wiederum andere Bilder sind poetisch, grotesk, farbgewaltig oder verträumt. Die wahren Beweggründe für ein Bild bleiben oftmals auch dem Künstler selbst verborgen, da sowohl geplante, als auch intuitive und unterbewusste Fragmente in ein Bild einfliessen.“ So die Worte des Saarbrücker Künstlerautors Liam Ducray, zu seiner neuen Ausstellung im Saarbrücker Tageszentrum StaPE, Mainzer Straße 30.

Ducrays "Flexible Ausstellung" beginnt am 03.09.2010 und ist ohne Endtermin angelegt. Flexibel ist die Veranstaltung deshalb, weil die zu sehenden Exponate von Zeit zu Zeit vom Künstler ausgetauscht werden. Dem Betrachter wird somit die Möglichkeit geboten, über mehrere Wochen hinweg verschiedenste Eindrücke von Künstler und Kunst zu gewinnen. Das Ziel dieser Idee ist, die Ausstellung für den Betrachter lebendig zu gestalten.
Die ausgestellten Werke sind von solch unterschiedlicher Art, dass die Einordnung in eine bestimmte Stilrichtung praktisch unmöglich ist. Viele Facetten kommen zum Vorschein. Die zumeist verwendeten Materialien für die Bilder sind: Graphit, Holzfarbe, Aquarellfarbe, Ölfarbe, Tinte, Klebstoff und Zucker.

Das Tageszentrum StaPE am Rande der Saarbrücker City hat montags bis freitags geöffnet.
18.08.2010
SEELENLAUTE-Sommerheft 2010 erschienen
Kreative Selbsthilfezeitschrift mit vielfältigem Inhalt
Das Sommerheft 2010 der Selbsthilfezeitschrift "SeelenLaute" ist da! Es wurde am 3. August auf dem zweiten SeelenLaute-Fest, das sich inzwischen als regionaler kultureller Selbsthilfetag für seelische Gesundheit fest etabliert hat, mit Lesungen, Kabarett, Kunstpräsentationen und Livemusik in Saarbrücken vorgestellt. Das handliche gelbe Heft im DIN5-Format mit neuem Layout und erweitertem 40seitigem Umfang erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Auch Informationen über Art-transmitter-Künstler werden in der SeelenLaute publiziert.

Aus dem Inhalt Heft SL3/2010:
Berichte: "Wie menschlich ist die Psychiatrie?" - Podium in der Saarbrücker Stadtbibliothek, "Wahnsinn holländisch" - Museum DolHuys kümmert sich um Verrücktes, Vorbericht Fachtagung "Entstigmatisierung - Wunsch und Wirklichkeit" u.a.
Poesie: Aufgewacht, Nächtliches treiben, Wie Zucker so süß, Arbeiter-Zombie, Das Tanzen ist mein freies Kind, Ignorant love, Dän Aapelappell u.a.
Künstlerportrait: Patric Boullion gewinnt SeelenLaute-Künstlerwettbewerb mit ComputerArt
Kabarett: Der alte Bock, Die Anstalt
Nachrichten: Psychotherapie mit und ohne, ALIUD - Merziger Sonntagskonzerte, Persönliches Budget u.a.
OutsiderArt: Liam Ducray mit "Seelenfetzen", Ringelnatzabend, Musée de la Halle Saint Pierre Paris
Literaturtipps & Rezensionen: Neues Lyrikheft "Noch schattenhaft", "Heilung aus der Mitte" - Gesundheit ertanzen..., Leitsgeheier, Pyrrolurie u.a.
Termine, Rezept, Rheinland-Pfalz- und NRW-Seiten, Briefkasten, Selbsthilfeinfos regional und überregional

Herausgeber ist die saarländische Selbsthilfegruppe SeelenLaute. Die Printzeitschrift, die mit Erfolg auch die vielen "Offliner" unter den Betroffenen erreicht und per Texten einbezieht, wird von der gesetzlichen Krankenversicherung bezuschusst. Das Heft erscheint aktuell in einer Auflage von 300 Exemplaren und wird an Saar, Mosel und darüber hinaus von Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen, beruflich im Gesundheitssektor Arbeitenden, Kultur- und Gesundheitsinteressierten gelesen.

Klein, gelb.. und immer kritsch, unabhängig, anders! Das hat sich das Redaktionsteam in Saarbrücken auf die Fahnen geschrieben. „SeelenLaute“, die kulturelle Selbsthilfezeitschrift mit Betroffenenkompetenz hat in der Thematik seelische Gesundheit, Psyche, Psychiatrie und Psychiatriekritik seine Schwerpunkte in eigenen Berichten, gestaltet mit einem Kulturteil aus Lyrik, Kunst, Musik u.v.a.m.

Preis und Bezug:
Auf SeelenLaute-Veranstaltungen und -ständen für 1 € erhältlich; per Postbezug (maximal 10 Exemplare können angefordert werden) á 1 € zzgl. 1,50 Versandkosten, vorab in Briefmarken oder per Überweisung aufs SeelenLaute-Konto (SHG SeelenLaute, c/o G. Peitz, Kontonummer 450063292 bei der Kreisparkasse Saarlouis, BLZ 59350110) zu entrichten. Bei Institutionen ist man für eine zusätzliche Spende dankbar.

Redaktions- und Bezugsadresse: SHG SeelenLaute, c/o Gangolf Peitz, Lindenstraße 21, D-66359 Bous. E-mail: pg-shg@t-online.de
2. SeelenLaute-Fest mit zahlreichen Gästen von Saar und Mosel
18.08.2010
2. SeelenLaute-Fest mit zahlreichen Gästen von Saar und Mosel
Kultureller Selbsthilfetag für seelische Gesundheit erfolgreich etabliert
Saarbrücken. Rund um das Sommerheft der Selbsthilfezeitschrift "SeelenLaute" wurde am 3. August 2010 in Saarbrücken-Burbach im historischen Alten Casino in den Räumen des Malclub-Saar e.V. das zweite SeelenLaute-Fest gefeiert. Veranstalter war die saarlandweit arbeitende Selbsthilfeinitiative SHG SeelenLaute, in Kooperation mit der Europäischen Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie (Dortmund) und dem Saarbrücker Malclub-Saar e.V. Der kulturelle Selbsthilfetag findet mit freundlicher Unterstützung des saarländischen Ministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz und der gesetzlichen Krankenversicherung statt. Er soll helfen, Vorurteile und Informationsdefizite abzubauen und Erfahrungsaustausch mit Betroffenenkompetenz zu fördern.

Der Erfolg beeindruckte, sodass sich die Veranstaltung nun fest als regionaler Gesundheitstag „von unten“ etabliert hat. 2009 in einer psychosozialen Tageseinrichtung mit Präsenzpublikum gestartet und mit der höchsten Besucherzahl der dortigen Einrichtung beim ersten Fest, lautete diesmal die Frage für Organisator und Tagesmoderator Gangolf Peitz: kommen Betroffene, Psychiatrieerfahrene in diese „normale“ Kultureinrichtung und kommen „normale“ Gäste zu einem solchen „Psycho-Event“, zudem mit ungewöhnlichem Podiumsthema, nach Saarbrücken-Burbach? Die intensive Informationsarbeit mit Flyern, Plakaten und detaillierter Pressearbeit hatte sich gelohnt, Lokal- und Fachpresse berichteten im Vorfeld intensiv. Und dann kamen sie, noch mehr als in 2009... Ein sympathisches, gemischtes Publikum von über 70 Gästen nutzte den Selbsthilfetag für Erfahrungs- und Informationsaustausch, zu neuen Vernetzungen und Freundschaften.


Über 70 Gäste von Saar und Mosel

Da trafen sich Nutzer saarländischer Tageszentren und -kliniken aus Saarbrücken oder Merzig und bis aus Kaiserslautern und Hessen waren Bürger mit seelischen Handicaps angereist. Unter den Gästen aber genauso Künstler und Freunde des Malclub-Saar, professionell im Gesundheitssektor Arbeitende, Angehörige, Gesundheits- und Kulturinteressierte Bürgerinnen und Bürger. Das "Saarländische Bündnis gegen Depression" und die Presse waren zugegen.
Regionale der Selbsthilfe verbundene Vereine, Gruppen, Einzelaktivisten aus Gesundheit, Kunst, Literatur und Kultur hatten Vertreter geschickt oder Informationsmaterial zur Verfügung gestellt. An den Infotischen konnte man auch Literatur erwerben. Großen Anklang fand hier die Kunstpräsentation mit abstrakten bzw. heiter-verspielten Aquarellen von Künstlerin Gertrud Hessedenz und „Outsider-Art“-Maler Vinzenz Lamm.
Über das europäische Kunstförderprojekt art-transmitter, den Bundesverband BPE e.V wurde informiert und Elmar Willie referierte über die Arbeit des Malclub-Saar, der dieses Jahr die Räumlichkeiten stellte. Zusammen mit Künstlerin Ute Schillo machte er Führungen durch die interessanten Ateliers.


Vielseitiges Programm mit Information, Livemusik, Kunst und Literatur

SeelenLaute-Lyrikerin Birgit Selzer aus Kaiserslautern trug aus ihrem schriftstellerischen Werk vor. ComputerArt-Künstler Patric Bouillon aus Saarbrücken, aktueller Gewinner der SeelenLaute-Künstlerprämie, hatte Originale seiner Arbeiten mitgebracht und stand für persönliche Gespräche zur Verfügung. Lesungen aus dem neuen Sommerheft der Selbsthilfezeitschrift „SeelenLaute“ („Für alle Anderen. Und alle“), des saarländischen Printmediums für seelische Gesundheit mit Betroffenenkompetenz und ein Kabarett mit Gangolf Peitz, u.a. über die "Anstalt", dienten der abwechslungsreichen Gestaltung dieses Tages. Pausen gaben genügend Gelegenheit zu Gesprächen, Kontakt und zur Diskussion von Selbsthilfeprojekten, - bei Getränken zum Einheitsminipreis von 50 Cent.

Im Livekonzert bewies Patric Ludwig, Betroffenenmusiker aus Saarburg sein Können mit eigenen Songs zur Gitarre, darunter das „Hungerleiderlied“, der "Viez-Organisierungsgang-Song" und sein legendärer Saarburg-Blues. Ludwig spielte in drei Teilen, da er auch den Part von Thomas Ehrler übernahm und trug überdies noch Mundartgedichte aus eigener Feder vor. Einige Besucher steuerten spontan Text- und Musikbeiträge bei.


Spannendes Abendpodium „Künste als Genesung?“

Zum Abendpodium "Künste als Genesung?" um 20 Uhr, moderiert vom Dortmunder Journalisten Liberto Balaguer, war das Foyer voll besetzt. Die Frage inwieweit uns die Künste, sprich Bildende Kunst, Literatur, Musik, Theater etc. zu seelischer Gesundheit helfen, wurde vielschichtig beleuchtet und diskutiert.
Christina Quartz (Saarbrücken), Psychiatrieerfahrene und langjährige Selbsthilfeaktivistin, die kurzfristig für Thomas Ehrler als Diskutantin einsprang, schilderte Nachteile und Vorzüge z.B. einer bipolaren Gesundheitsbeeinträchtigung, wenn die Wahrnehmung eine ganz andere ist. Sie erzählte von Kulturgenies wie van Gogh, Hesse, Kafka, von den hochkarätigen Patientenkünstlern der Heidelberger Prinzhornsammlung und von den zeitgenössischen "Outsiderart"-Künstlern in der europäischen Kunstsammlung Art-Transmitter.de. Verrücktes und Anderssein rückten in den Gesprächsfokus.
Elmar Willié, Maler und 1. Vorsitzender des Malclub-Saar e.V., der schon Jahrzehnte „Kunst macht“ und dabei einen "mathematisch-surrealen" Stil pflegt, formulierte im Podium: "Wir Künstler sind doch alle was verrückt!". Was er sich beim Malen denke? „Nichts! Ich male einfach. Das ist doch das Schöne und Freie in der Kunst". Im Verein Malclub-Saar entspanne und helfe nicht nur das Malen an sich, sondern auch die diversen Aktivitäten und das Erlebnis einer Künstlergemeinschaft aus ganz unterschiedlichen Charakteren und Herkünften. Man sei hier unkompliziert und offen für Jeden mit Interesse an Malerei und Bildender Kunst.
Klaus Schlagmann, Saarbrücker Diplom-Psychologe und Autor diverser kritischer Bücher zu Psychoanalyse-Themen, brach ebenfalls eine Lanze für die Realisation kreativen Potentials von Menschen mit seelischen Leiden. Mit Hinweis auf den nicht negativen griechischen Wortstamm der Vokabel Idiot (= der Privatlebende) postulierte er salopp: „Ich wünsche mir einfach mehr Idioten!" Kunstbetätigung brauche immer Leidenschaft, nicht therapeutische Verordnung, hieß es. Menschen mit besonderer Lebenserfahrung hätten interessante(re) Geschichten zu erzählen, fruchtbar nutzbar für eine andersartige, unkonventionelle, spannende Kultur.

Mehrere engagierte Wortmeldungen aus dem Publikum bestätigten die Wichtigkeit und den Gesprächsbedarf an der gewählten Themenstellung: Wie ist der Einfluss von Medikamenten auf das Kunstschaffen? Verfälschen und behindern Psychopharmaka nicht befreiende Malerei und wird durch medikamentöse Konzentrationsstörungen gesundende poetische Arbeit Betroffener nicht geradezu verhindert? Politik, Wirtschaft und Gesundheitssystem wurden ins Kalkül gezogen. Ein Gast gab zu verstehen, dass es "d e n psychisch Kranken" ja nicht gebe, jeder Mensch habe emotionale Schwankungen bzw. die Grenzen sind fließend. Eine Dame, Künstlerin im Malclub-Saar heute, berichtete vom Bewältigen privater Trauererlebnisse mittels eigener gemalter Bilder, woraus eine Ausstellung wurde. Eine Musiktherapeutin forderte die interdisziplinäre Zusammenarbeit von musischen, medizinischen und therapeutischen Angeboten für seelische erkrankte Menschen.


SeelenLaute-Fest 2011 in Merzig

Die letzten Gäste verließen den Malclub-Saar in der Hochstraße 63 schließlich gegen 22 Uhr. Künste als Genesung? Liberto Balaguer konnte die Frage zum Abschluss des lebendigen Abendpodiums mit einem klaren Ja beantworten. Das Thema wird mit neuer Podiumsbesetzung auf dem 3. SeeleLaute-Fest im Spätsommer 2011 in der Stadthalle Merzig fortgesetzt. Dann gibt es auch eine große mehrwöchige "Outsider-Art"-Kunstausstellung mit renommierten Künstlern der Region.

Über die Selbsthilfezeitschrift "SeelenLaute" hier weitere Informationen (PDF)
Termine

14.08.2017
The Golden Ratio Laws
Madge Gill, Adolf Wölfli, Beverly Baker, Gugging artists, a.o.m. in Northern Portugal
São João da Madeira. Until October 1, 2017 at Oliva Creative Factory, an exhibition curated by Antonia Gaeta, "The Golden Ratio Laws" shows mehr
01.08.2017
Outsider Art-Präsentation auf GKV-Selbsthilfetag 2.9. in Saarbrücken
Art-Transmitter zeigt im SeelenLaute-Pavillon ausgewählte Werke

Outsider Art-Präsentation auf GKV-Selbsthilfetag 2.9. in Saarbrücken

Saarbrücken. Selbsthilfe SeelenLaute Saar nimmt mit einem Informations-Pavillon für seelische Gesundheit am Samstag, 2. September 2017 beim saarländis mehr
31.07.2017
4. Kreativ-Selbsthilfetage seelische Gesundheit RLP
11./12. August 2017 im MGH Saarburg

4. Kreativ-Selbsthilfetage seelische Gesundheit RLP

Saarburg. Am Freitag und Samstag 11./12. August 2017 finden ganztags die 4. Kreativ-Selbsthilfetage für seelische Gesundheit in Rheinland-Pfalz statt. mehr