Nachrichten
13.10.2010
Saarlandpremiere von "Himmel und mehr" am 16. November
Kinofilm über Leben und Werk der Hamburger Künstlerin Dorothea Buck
Saarbrücken. Die heute 93jährige Hamburger Bildhauerin Dorothea Buck, die sich selbst von "Schizophrenie" geheilt hat, ist durch die Hölle gegangen. Die ärztliche Diagnose Schizophrenie stempelt sie im Dritten Reich als minderwertig ab, gemäß dem Erbgesundheitsgesetz wird sie 1936 zwangssterilisiert. Einige Jahre später entgeht sie nur knapp der "Euthanasie". Aus eigener Kraft hat sie zurück in ein erfülltes Leben gefunden.

Die Selbsthilfehilfeinitiative Unabhängige Psychiatrie-Erfahrene Saarbrücken (UPS) zeigt "Himmel und mehr" (D 2009) in Saarlandpremiere am 16. und 17.11.2010 um 20.00 Uhr im Saarbrücker Kino Achteinhalb, Nauwieserstraße 19. Die Vorführung am Dienstag, 16. November findet in Anwesenheit der Regisseurin Alexandra Pohlmeier statt. Die Dokumentation hält eine große Lebenserzählung fest. "Himmel und mehr" ist ein im tiefsten Sinne schöner Film geworden, der Weg und Werk einer außergewöhnlichen Frau zeigt.

In der Reihe "Verrückte gibt es überall" präsentieren die Saarbrücker Psychiatrie-Erfahrenen seit vielen Jahren anspruchsvolle Filme zu den Themen seelische Gesundheit, Antipsychiatrie und Psychiatrie. Diese Form der Öffentlichkeitsarbeit will einen Beitrag leisten zum Abbau von Ängsten und Vorurteilen sog. psychisch Kranken gegenüber. Gleichzeitig sollen Betroffene auf sinnvolle Alternativen zur herkömmlichen psychiatrischen Behandlung und auf die Möglichkeiten der Selbsthilfegruppen und -projekte aufmerksam werden. Die UPS werben zudem für eine gewaltfreie humanere Psychiatrie ohne "therapeutische" Zwangsmaßnahmen gegen Patienten.

Für Betroffene ist der Eintritt (nur) am 16. November in Saarbrücken im Kino Achteinhalb dank freundlicher Unterstützung seitens der GKV und des saarländischen Gesundheitsministeriums frei. Info bei Peter Weinmann (Saarbrücken), Tel. 0681 62641, E-mail: peterweinmann@gmx.de

Im Internet (unter bpe-online.de/Termine) und hier weitere Informationen (PDF)
www.bpe-online.de
Anton Blitzstein – Fantastischer Individualist
11.10.2010
Anton Blitzstein – Fantastischer Individualist
Österreichischer Künstler mit Psychiatrieerfahrung geht seinen Weg
Wien/Österreich. Vom Antipsychiatrieverlag erreichte Art-Transmitter ein interessanter Hinweis auf den (sich selbst humorvoll outenden) österreichischen Künstler mit Psychiatrieerfahrung Anton Blitzstein, der unter anderem einen interessanten Kunstkalender publiziert, mit besonderen Wortspielereien philosophiert, sich gegen Mobbing gegenüber Menschen mit psychischen Handicaps artikuliert und inzwischen erste eigene Ausstellungen, z.B. in der Wiener Galerie KOKO, absolviert hat.

Anton Blitzstein wollte Metzger oder Bänker werden. Er wurde Vegetarier und Maler, hat sein Atelier heute über einem Bankinstitut. Der Künstler über sich selbst in Medienberichten: „Ich wollte nicht Maler werden, das war die zweite Wahl, - aber es hat mich dann auch immer mehr interessiert, weil Bilder zum Vorschein kamen, die mich selbst überrascht haben. Da wollte ich wissen, was da entsteht. In der Zwischenzeit habe ich über 2000 verschiedene Bilder gemalt. Viele davon sind noch in meinem Archiv, obwohl es anfangs eine Phase gab, in der ich Bilder verschenkt habe, - getauscht gegen ein Bier oder Kaffee und Kuchen“.
Blitzsteins Stil ist inspiriert von der Art-Brut-Bewegung. Anfänglich überaus wilde Malereien haben sich zu seinem „fantastischen Individualismus“ entwickelt. „Dort, wo ich die Wirklichkeit verlasse, bin ich am stärksten. Ich bin auch nie angetreten, um Kunst zu machen und habe mir so einen unbefangenen Zugang zur Malerei bewahrt ... Was immer ich male oder produziere, so ist für mich ganz wichtig, es mit Konzentration, Sorgfalt, vollkommener innerer Anteilnahme und Liebe zu tun. Denn nur dann wird es auch eine gute Arbeit ... Meine Bilder sind poetische Liebeserklärungen an die Menschen, an den Kosmos und an die Natur. Sonst eigentlich nichts weiter“, sagt der besondere österreichische Künstler.

Informationen und Kontakt über anton.blitzstein@chello.at und
www.freiraeume.at/kunstecke_blitzstein.html
Ehrendoktorwürde für Psychiatriekritiker
07.10.2010
Ehrendoktorwürde für Psychiatriekritiker
From mental patient to honorary Dr. - Honorary Doctorate for Peter Lehmann
Thessaloniki/Griechenland. Wer sich international mit Menschenrechtsverletzungen in der Psychiatrie, mit der Psychiatriebetroffenenbewegung und mit Alternativen zur Psychiatrie beschäftigt, stößt unweigerlich auf den Namen Peter Lehmann. Der Diplom-Sozialpädagoge, 1950 in Calw im Schwarzwald geboren, erlebte in den 70er Jahren selbst die Zwangspsychiatrisierung und engagiert sich seit über 30 Jahren für die Rechte Psychiatriebetroffener und deren weltweite Vernetzung. Er war an zahlreichen wichtigen Gründungen beteiligt, unter anderem dem Europäischen Netzwerk von Psychiatriebetroffenen, PSYCHEX (Schweiz) und dem Weglaufhaus Berlin. Seine Bücher „Der Chemische Knebel“, „Schöne neue Psychiatrie“, „Statt Psychiatrie“ und „Psychopharmaka absetzen“ beschreiben auf der Basis von Erfahrungswissen aktuelle Ansätze der Selbsthilfe im Falle akuter Verrücktheit, Risiken und Schäden von Psychopharmaka und Elektroschocks, mögliche Alternativen und vielfältige Wege zu einer Behandlung, die die Menschenrechte respektiert.

In Anerkennung seines außerordentlichen wissenschaftlichen und humanitären Beitrags für die Rechte Psychiatriebetroffener hat die Psychologische Fakultät der Aristoteles-Universität Thessaloniki am 28. September 2010 die Ehrendoktorwürde an Peter Lehmann verliehen. Er ist weltweit der erste Psychiatriebetroffene, der in dieser Weise für Pionierleistungen im Bereich der humanistischen Antipsychiatrie geehrt wird. Die Ehrung wurde initiiert von Prof. Kostas Bairaktaris. Dieser war ab Ende der 70er Jahre über viele Jahre hinweg maßgeblich an der Auflösung des skandalösen Psychiatriegefängnisses auf der Insel Leros beteiligt und stieß Mitte der 80er Jahre den Deinstitutionalisierungsprozess in der Psychiatrischen Anstalt von Thessaloniki an. Er ist sich sicher, dass die von ihm initiierte Ehrung ein Symbol für die wachsende Bedeutung der internationalen Bewegung von Psychiatriebetroffenen und anderen sozial Ausgeschlossenen darstellt.

Peter Lehmann lebt heute in Berlin und betreibt dort einen Versandbuchhandel. Weitere Informationen unter www.peter-lehmann.de
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From mental patient to honorary doctor - Honorary Doctorate for Peter Lehmann

Anyone who pays attention to human rights violations in psychiatry, to the movement of users and survivors of psychiatry, and to alternatives beyond psychiatry will invariably encounter the name Peter Lehmann.
The certified social-pedagogist, born in 1950 in Calw (Black Forest, Germany) and member of MindFreedom International (www.mindfreedom.org), personally experienced involuntary psychiatric detention and treatment in the 1970s, and has worked for the rights of psychiatric patients and their world-wide networking for the past 30 years. He was a founding member of the European Network of (ex-) Users and Survivors of Psychiatry (ENUSP - enusp.org), of PSYCHEX (Switzerland - psychex.org) and of the Runaway-house Berlin (weglaufhaus.de/non_german.html), among many other organisations. Based on experiential knowledge, his books, such as "Coming off Psychiatric Drugs" and "Alternatives beyond Psychiatry", describe current self-help possibilities for individuals experiencing madness, as well as the risks and harms of psychiatric drugs and electroshock, alternatives beyond psychiatry, and strategies toward implementing humane treatment.
In acknowledgment of his "exceptional scientific and humanitarian contribution to the rights of the people with psychiatric experience," the School of Psychology of the Aristotle University of Thessaloniki, Greece, awarded him the Honorary Doctoral Degree on the 28th of September 2010. Peter Lehmann is the first survivor of psychiatry anywhere in the world to be honored with an Honorary Doctoral Degree for pioneering achievements within the realm of humanistic antipsychiatry.
The award was initiated by Prof. Kostas Bairaktaris from Aristotle University. Since the end of the 1970s, Bairaktaris has played a key role for many years in dismantling the scandalous psychiatric prison on the Island of Leros, and in beginning the process of de-institutionalisation from the state-run psychiatric facility of Thessaloniki in the mid-1980s. Prof. Bairaktaris is certain that the tribute to Peter Lehmann, which he initiated, will stand as a symbol for the growing significance of the international self-help movement of users and survivors of psychiatry and other socially marginalized individuals.
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Die Nachrichtenredaktion von Art-Transmitter.de hat mit Dr. Peter Lehmann (Berlin) einen fruchtbaren Informationsaustausch begonnen. - The news department of Art-Transmitter.de has started exchange of information with Dr. Peter Lehmann (Berlin).
Mehr zu / for more information about Peter Lehmann see:
www.peter-lehmann.de
Termine

14.08.2017
The Golden Ratio Laws
Madge Gill, Adolf Wölfli, Beverly Baker, Gugging artists, a.o.m. in Northern Portugal
São João da Madeira. Until October 1, 2017 at Oliva Creative Factory, an exhibition curated by Antonia Gaeta, "The Golden Ratio Laws" shows mehr
01.08.2017
Outsider Art-Präsentation auf GKV-Selbsthilfetag 2.9. in Saarbrücken
Art-Transmitter zeigt im SeelenLaute-Pavillon ausgewählte Werke

Outsider Art-Präsentation auf GKV-Selbsthilfetag 2.9. in Saarbrücken

Saarbrücken. Selbsthilfe SeelenLaute Saar nimmt mit einem Informations-Pavillon für seelische Gesundheit am Samstag, 2. September 2017 beim saarländis mehr
31.07.2017
4. Kreativ-Selbsthilfetage seelische Gesundheit RLP
11./12. August 2017 im MGH Saarburg

4. Kreativ-Selbsthilfetage seelische Gesundheit RLP

Saarburg. Am Freitag und Samstag 11./12. August 2017 finden ganztags die 4. Kreativ-Selbsthilfetage für seelische Gesundheit in Rheinland-Pfalz statt. mehr