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Karl Hans Janke – der „Künstler-Erfinder“ von Hubertusburg
16.03.2012
Karl Hans Janke – der „Künstler-Erfinder“ von Hubertusburg
Sächsischer Verein Rosengarten e.V. betreut Nachlass und Museum
Wemsdorf. Es ist die Zeit der kühnen Visionen. Die Bevölkerung blickt nach dem Weltkrieg optimistisch in den Himmel. Sputniks und Raketen fliegen und die Gedanken der Erdenbürger sind mit ihnen. Die Besiedlung von Mond und Mars scheinen in greifbare Nähe zu rücken.
Auch in der Psychiatrie auf der romantischen Hubertusburg bei Leipzig macht sich ein Mann dazu seine Gedanken: Karl Hans Janke (geb. 21.8.1909 in Kolberg/ Pommern, gest. 15.2.1988 in Wermsdorf), ein Patient mit unzweifelhaft technischer Begabung, ein Künstler und Konstrukteur. Er bastelt, zeichnet, hält Vorträge und korrespondiert mit Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Von 1948 an entstehen in fast 40 Jahren bis zu seinem Tod über 4000 Werke.

Um Nachlass und Museum kümmert sich der in der Wermsdorfer Psychiatrie angesiedelte Verein Rosengarten e.V., um die wunderbare Welt, einen Teil des Oeuvres von Karl Hans Janke lebendig zu halten. Die Ausstellung "Karl Hans Janke" ist zu besichtigen im Schloss Hubertusburg, Haus 21 in D-04779 Wermsdorf (Tel.: 03 43 64 / 54 98 40)..
www.karl-hans-janke.de
13.03.2012
Besserer Schutz für geistiges Eigentum
Broterwerb für Künstlerinnen und Künstler muss gesichert sein
Berlin. Angesichts des Fortschritts in der digitalen Medienwelt muss auch das Urheberrecht weiterentwickelt werden. Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat in Berlin Regelungen gefordert, die geistiges Eigentum wirksam schützen. "Der Schutz des geistigen Eigentums in der digitalen Welt ist für mich die größte kulturpolitische Herausforderung unserer Zeit", erklärte Neumann während der Eröffnung eines vom Verlagshaus Gruner & Jahr veranstalteten Symposions zum Urheberrecht in der digitalen Medienwelt.
"Debatten um das geistige Eigentum werden allzu häufig abstrakt geführt", erklärte Neumann. „Viel wird über das Urheberrecht gesprochen, meines Erachtens viel zu wenig über die Urheber selbst – dabei geht es um Menschen, die von ihrer kreativen Arbeit leben müssen. Was manche mit einem verharmlosenden Unterton als „Internetpiraterie“ abtun, betrifft im Kern das Schicksal von hunderttausenden Kreativen! Kreative Arbeit ist keine Freizeitbeschäftigung, sondern der Broterwerb für bildende Künstler und Künstlerinnen, Orchestermusiker, Komponisten, Kameraleute, Regisseure, Cutter, Schauspieler, Journalisten, Schriftsteller, Übersetzer, Designer, Fotografen und viele mehr.“

Auch der Deutsche Kulturrat, als Spitzenverband der Bundeskulturverbände, begrüßt die Parteinahme des Kulturstaatsministers in der Urheberrechtsdebatte für die Künstlerinnen und Künstler.
Saarland: Erste Erfolge gegen Rechteeinschränkung Behinderter
09.03.2012
Saarland: Erste Erfolge gegen Rechteeinschränkung Behinderter
Signalwirkung aus dem Saarland für die Wahlfreiheit im Persönlichen Budget?
Saarbrücken (red./reg. art-transmitter.de). Wie über die Pressestellen der Saarbrücker ASL (Anlaufstelle für Selbstbestimmt Leben) und des Büro für Kultur- und Sozialarbeit Bous (BKS) bereits informiert wurde, soll im Saarland das Recht behinderter BürgerInnen auf selbstbestimmte Hilfen zur Alltagsgestaltung im Persönlichen Budget (http://de.wikipedia.org/wiki/Pers%C3%B6nliches_Budget) eingeschränkt werden. Jüngste Negativbescheide an PB-Bezieher seitens des saarländischen Landesamtes für Soziales (LAS) hatten dies zur Folge, nachdem man Betroffenen integrierende Besuche von Sport- und Bildungskursen sowie Freizeitmaßnahmen in normalen Vereinen und Einrichtungen (wie VHS oder Sportstudio) über ihr Budget plötzlich verwehrt hatte, diese stattdessen zurück an z.B. eine Tagesklinik verwies.

Das über diese Problematik entstandene trialogische Protestengagement sieht das Persönliche Budget in seiner Grundidee der Selbstbestimmung für die Betroffenen bedroht. Neben der Europäischen Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie e.V. hat auch der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener die Verantwortlichen am 23.02.2012 in der gemeinsamen Presserklärung mit weiteren Betroffenen-Organisationen, Angehörigen und Fachleuten massiv dazu aufgerufen, diese Pläne zurückzunehmen (siehe jetzt auf www.bpe-online.de).

Nach den wachsenden Beschwerden und rechtsanwaltlichen Bemühungen nahm jetzt der zuständige Leistungsträger LAS seine Entscheidung in zwei aktuellen Einzelfällen zurück, allerdings "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und daher ohne generelle Übertragbarkeit auf andere Fälle". Ein gleich gelagerter Fall liegt zur Entscheidung beim Saarbrücker Sozialgericht. Betroffene und ihnen verbundene Stellen, Institutionen und Experten monierten diese "weder nachvollziehbare noch akzeptable Einzelfallentscheidungs-Praxis“, da dies faktisch die Abschaffung der in der PB-Gesetzgebung bei bestehenden Anspruchsvoraussetzungen grundliegend verankerten Wahlfreiheit bedeute. „Ein bisschen Wahlfreiheit oder wie sie die Behörde festlegt“ (in vorliegenden dokumentierten Fällen auch ohne Rücksprache mit den Betroffenen und unter Missachtung fachärztlicher Gutachten) sei keine, bzw. ein unhaltbarer Zustand.

In der Diskussion hieß es weiter, man hoffe dass mit den ersten Erfolgen im Sinne der Betroffenen aus dem Saarland ein überregionales Signal ausgehe. Eine Verwaltung dürfe nicht derart in Bürgerrechte eingreifen, womit gesellschaftliche Integration und Inklusion widersinnig behindert statt gefördert würden. Es gäbe ja auch keine halben Menschenrechte.

Der Leiter eines Saarbrücker Tageszentrums merkte in diesem Zusammenhang Anfang März an: „Jeder vom Fach weiß, wie gut besonders Behinderten die Einbindung in eine Gemeinschaft tut. Sei es nun bei uns im Tageszentrum oder auch in einem Verein, einem Sportclub oder regelmäßigen Kurs. Das kostet Geld, aber keine Unsummen. Diese Investition ist punktgenau eine Integration von Behinderten in die Gesellschaft und hilft bei Genesung und Stabilisation der Betroffenen. Wir brauchen für unsere Arbeit Motoren, keine Bremsen.“ Inzwischen wurden auch Vertreter von kirchlichen Behindertenfachstellen auf die Betroffenenbeschwerden und die Rechte-Einschnitte aufmerksam. Appelliert wurde hier an christliches wie demokratisches Bewusstsein, was in einer Kehrtwende zu Lasten gesundheitlich belasteter Mitbürger nicht erkennbar sei, wenn versucht werde, Betroffene zurück in Kranken- und Behinderteneinrichtungen zurückzudrängen.

Aus Nordrhein-Westfalen wird u.a. ein Beispiel berichtet, wonach Herr Lars R. einmal die Woche zum Reiten kommt, außerdem zum Bogenschießen geht. Der psychisch erkrankte Mann finanziert seine Hobbys mit dem Persönlichen Budget des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, wie die Ruhrnachrichten am 27.01.2012 unter dem Titel „Das Leben selbst gestalten“ schreiben. Aus Trier kommt die Nachricht, dass ein künstlerisch begabter junger Mann mit seelischer Behinderung sein Malmaterial sowie Kunstveranstaltungsbesuche über sein Persönliches Budget bezahlt und gerade darüber selbstbestimmt seinen persönlichen Weg in die Gesellschaft findet. Genauso fordert es aus Berlin Hubert Hüppe, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Es müsse hier ein Umdenken stattfinden, denn: „Teilhabe ist nicht teilbar“.

BKS und ASL begrüßten es in einer neuen Information von März, dass die aktuelle Problematik im saarländischen Persönlichen Budget jetzt nicht mehr tabuisiert, sondern bürgernah und auch öffentlich diskutiert werde, gelte es ja auch, dieses wichtige individuelle psychosoziale Hilfeinstrument verstärkt ins gesellschaftliche wie sozialpolitische Bewusstsein zu rücken. Es bleibe zu hoffen, dass im Saarland aus begonnenem Fortschritt kein Rückschritt werde, dass Bürgerinnen und Bürger mit Behinderung (die wir immer alle werden können) über die Wahlfreiheit im zeitgemäßen Persönlichen Budget ihren individuellen Weg ins normale Leben gehen können, und umgekehrt auch Leistungserbringer bzw. normale gesellschaftliche Einrichtungen mit ihnen.

Allgemeine Informationen zum Persönlichen Budget findet man im Netz z.B. unter www.budget.paritaet.org. Einen interessanten Beitrag zur aktuellen Problematik sendete SR 3 Saarlandwelle am 13. März 2012. Man kann ihn auf youtube hören unter
www.youtube.com/watch?v=0ui3EsQRpNE&feature=youtu.be
Termine

14.08.2017
The Golden Ratio Laws
Madge Gill, Adolf Wölfli, Beverly Baker, Gugging artists, a.o.m. in Northern Portugal
São João da Madeira. Until October 1, 2017 at Oliva Creative Factory, an exhibition curated by Antonia Gaeta, "The Golden Ratio Laws" shows mehr
01.08.2017
Outsider Art-Präsentation auf GKV-Selbsthilfetag 2.9. in Saarbrücken
Art-Transmitter zeigt im SeelenLaute-Pavillon ausgewählte Werke

Outsider Art-Präsentation auf GKV-Selbsthilfetag 2.9. in Saarbrücken

Saarbrücken. Selbsthilfe SeelenLaute Saar nimmt mit einem Informations-Pavillon für seelische Gesundheit am Samstag, 2. September 2017 beim saarländis mehr
31.07.2017
4. Kreativ-Selbsthilfetage seelische Gesundheit RLP
11./12. August 2017 im MGH Saarburg

4. Kreativ-Selbsthilfetage seelische Gesundheit RLP

Saarburg. Am Freitag und Samstag 11./12. August 2017 finden ganztags die 4. Kreativ-Selbsthilfetage für seelische Gesundheit in Rheinland-Pfalz statt. mehr