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Aus MAD wird Trink Hall
14.08.2019
Aus MAD wird Trink Hall
Umbau des MADmusée in Lüttich in der Schlussphase
Liège. Am Ort einer ehemaligen Trinkhalle (aus 1880) als Spa-Verkostungsraum für das bürgerliche Pulikum, entsteht seit 2015 im Lütticher Avroy-Stadtpark ein modernes renoviertes Outsider Art-Museum. Schon seit 1982 beherbergt das bisherige Gebäude hier das MADmusée (Musée de la Art Différencié), das vom gemeinnützigen Träger CRÈAHM (Créativité et handicap mental) asbl (Bruxelles und Liège) betrieben wird. Interim befindet man sich in einem Haus in der nahegelegenen rue Fabry 19, das aber keine Ausstellungsräume aufweist. Solange bespielt man andere Kulturadressen der wallonischen Großstadt, wie z.B. im Théâtre de Liège. Regelmäßig gibt es zudem Ausstellungen im nahen und fernen Ausland, zuletzt 2017 in den USA.

Das MAD-Renovierungs- und Erweiterungsprojekt läuft im Rahmen eines Architektur-Workshops. Die Fertigstellung hat sich etwas verzögert, im Sommer 2019 ist man noch mit der Inneneinrichtung beschäftigt. Doch im Frühjahr 2020 will das MADmusée zurück in umgebautem Haus im Avroy Park sein. Der Museumsraum ist modular aufgebaut und bietet große Nutzungsflexibilität. Die Außen“haut" besteht aus Polycarbonat. Die futuristisch-nüchterne Erneuerung ist nicht nur baulicher Art, sondern betrifft auch Konzept und Identität des Projektmuseums für so genannte Außenseiterkunst. In einer Pressemitteilung heißt es 2018: „At Trink Hall, we don’t want to look at the collection with the eyes of art, but to think about art (and its environment) with the eyes of the collection“. Der verantwortliche Architekt Aloys Beguin meint: „Dieses unter eine Glocke gelegte Gebäude trägt dazu bei, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen."

Das alte MAD wird also zur erbaulichen TRINK HALL, die den Besucher zu Entdeckungen einlädt. Was bleibt sind die gezielte Präsentation und Förderung der Kunst und Werke von Künstler*innen mit geistigen oder psychosozialen Handicaps durch Ausstellungen, Workshops, Dokumentations- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Kunstsammlung stammt dabei anfänglich aus den Ateliers von Créahm (mit Workshops seit den 1970er Jahren tätig, das Centre de Jour CREAHM Liège befindet sich am quai St Léonard 6). Akquiriert werden Werke auch aus den Brüsseler Ateliers oder den CEC-Ateliers in Vielsam und weiteren Adressen im In- und Ausland. Heute besitzt man über 2.500 Exponate autodidaktisch entstandener „anderer“ Kunst aus aller Welt. Das Museum arbeitet eng mit den beiden weiteren belgischen Museen dieses Genres zusammen, mit Museum Dr. Guislain in Gent und dem Art & Marges Museum in Brüssel.

Außenseiterkunst erfährt hier profunde Darstellung, Diskussion und Dokumentation. In Belgien ist es dabei normal, dass Ateliers (mit Assistenzen) für beeinträchtigte Künstler*innen vom Kultusministerium oder dem für Internationale Beziehungen gefördert werden und nicht nur oder primär aus sozial-gesundheitlichen Finanzierungen. Selbstverständlich ist bei den Belgiern auch ein regulärer Kontakt und Austausch solcher Museums- und Atelierprojekte mit den universitären Kunstakademien. From MAD to Trink Hall .. (bald) im Parc d´Avroy 1, Liège, Belgien.


- Foto: (c) G. Peitz, Liège 2019 -
www.madmusee.be
 
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