Nachrichten
18.04.2016
Ausstellung Abram Wilhelm in Berlin
Galerie Art Cru zeigt holländischen Outsider Art-Künstler
Berlin. Bis zum 22. Mai 2016 sind in der Berliner Galerie Art Cru Werke des holländischen Outsider Art-Künstlers Abram Wilhelm (geb. 1944 in Amsterdam) zu sehen. Seine Schöpfungen drehen sich um Themen wie Sexualität, Mystik, Religion und Tod, in „wild-leuchtender Farbpalette und ohne Tabus“, so die Galeristin.

Galerie Art Cru
Oranienburger Straße 27, Berlin
Geöffnet Dienstag bis Samstag von 12.00 – 18.00 Uhr
Tel. 030/24357314
Grenzübergreifendes Selbsthilfeprojekt 2016 „Kunst und Seele“
20.03.2016
Grenzübergreifendes Selbsthilfeprojekt 2016 „Kunst und Seele“
Von der Prinzhorn-Sammlung bis zur OAF Paris
Saarbrücken. Die für ihre innovativen gesundheitsbezogenen Projekte bekannte saarländische Selbsthilfe SeelenLaute führt in diesem Jahr ein spannendes länderübergreifendes Projekt rund ums Thema „Kunst und Seele“ durch. Dabei arbeitet man mit der in diesem Themenfeld erfahrenen Europäischen Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie e.V. (Dortmund) zusammen. Ideengeber ist Gangolf Peitz vom Büro für Kultur- und Sozialarbeit Saar, der auch die BI Kunst kennt keine Grenzen (Bous) vernetzend mit ins Boot nehmen konnte.

Interdisziplinär und inklusiv sind Experten aus Therapie, Kunst, Psychologie, Sozialarbeit und der Kreativ-Selbsthilfe mit Betroffenenkompetenz einbezogen. Studiert und diskutiert werden Sinn und Wirkung, Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Psychotherapie, Kunsttherapie und Outsider Art. Unter Außenseiterkunst versteht man in Deutschland bis heute primär Kunst von Psychiatrieerfahrenen. Was hilft hier wie? Und ist Kunst gar die bessere Therapie? Diesem Fragenkreis geht man in Kleingruppen per Besuchsfahrten und Gesprächsrunden in mehreren Etappen nach.

So stand im März ein Besuch im psychiatrischen Universitätsklinikum Heidelberg bei der Sammlung Prinzhorn auf dem Programm, die von Dr. Thomas Röske betreut wird. Im Vorraum zur Wechselausstellung „Dubuffets Liste“ steht ein über 2m hoher Stapel Papier: Grafische Blätter, mit denen eine zeitgenössische Berliner Künstlerin mit Psychiatrieerfahrung den Weltfrieden retten will, motiviert durch ihre obsessiven Gedanken. Über 1,5 Millionen Blätter sind bereits entstanden. Im Café diskutierte man mit Aktiven einer Heidelberger Selbsthilfegruppe hierüber angeregt den Themenkomplex "Kunst und Seele".

Vor dem Psychiatriegebäude im Gelände des Klinikums gibt es eine Schweigeminute am Mahnmal für die Kinder und Patientenopfer, die von den barbarischen deutschen Heidelberger Ärzten in der NS-Zeit im Rahmen der „Euthanasie“-Aktion hier der Ermordung preisgegeben worden waren.

Im Haus Cajeth in der Altstadt dann die Besichtigung so genannter Primitiver Malerei aus dem 20. Jahrhundert, mit Werken und Viten oft von Künstlern mit kognitiven Beeinträchtigungen. In der besuchten Ausstellung wird verdeutlicht, wie Bildende Kunst Schutzmechanismus sein kann, um Ängste per Malen und Formen „aus der Seele zu verbannen“.

Auf der Rückfahrt ein Stopp beim Dipl.-Psychologen und Galeristen Patrick Lofredi in der Frankfurter Outsider Art-Galerie Isola. Andersartigkeit, bis heute nicht selten merkwürdig mit medizinischen Diagnosen versehen, wird hier als menschliches und schöpferisches Positivum betrachtet. Gebiert sich doch Outsider Art direkt und aus dem Innersten des Menschen, entstehend fern von Kunstausbildung, therapeutischer Verordnung oder Publikums- und Marktinteressen.
(Fortsetzung folgt..)

Der SeelenLaute-Studienprojektteil Heidelberg und Frankfurt konnte dank Unterstützung der DAK Gesundheit realisiert werden.


- Bild: Das Mahnmal am Klinikum Heidelberg (Foto: Archiv SeelenLaute) -
Kay Oliver Decker in Mail-Art-Projekt erfolgreich
19.03.2016
Kay Oliver Decker in Mail-Art-Projekt erfolgreich
Möglingen. An der von der Kunstinitiative "unArtig" initiierten Mail-Art-Aktion "Tierisches und Menschliches" hat auch Art-Transmitter-Künstler Kay Oliver Decker teilgenommen. Begonnen hatte die Aktion im Juli 2015. Bis Januar 2016 wurden von 243 Künstlern aus fünfzehn Ländern - darunter USA, Brasilien, Chile, Japan und die Niederlande - ca. 800 Arbeiten eingereicht. Alle Postkarten werden zugunsten des Tierheimes in Ludwigsburg und der Frühchenstation der Kinderklinik in Ludwigsburg verkauft. Eine Wanderausstellung und ein Katalog sind in Planung.

Mail-Art wurde in den 1960er Jahren von Ray Johnson durch seine New York Correspondence School begründet. Im Umfeld der Kunst von Neo Dada, Fluxus und Pop Art entstand so ein Netzwerk, das jedem offen steht, einerlei ob er sich als Künstler oder als Kunstinteressierter begreift. Von Beginn an war Mail-Art eine Netzwerkkunst, die sich selbst reflektiert, künstlerische Identitäten und virtuelle Personen hervorbringt. Auch verändern sich soziale Verhaltensweisen der Teilnehmer, denn Mail-Art ist immer Denk-Kunst, die zum Experimentieren und Spielen einlädt.

Weitere Informationen und Ausstellungstermine der Kunstinitiative "unArtig" auf:
www.unartig.eu
Termine

15.11.2017
Pop-Up Outsider Art in Rotterdam
Dezember 2017 neues Museum
Rotterdam (Niederlande). In Rotterdam eröffnet Stichting Cultureel Rijk ein temporäres Museum der Outsider Art. „The Pop-Up Grow Big Museum“ zeigt im mehr
02.11.2017
„Kunst und Psychiatrie“-Symposion am 15.11. in Echternach

Echternach (Luxemburg). Wie PSYCHART asbl aus Luxemburg mitteilt, veranstaltet man ein 6. Symposion „Kunst und Psychiatrie“ am 15. November 2017 von 1 mehr
27.10.2017
28.10. – 30.12.2017
"Cuba Outside" in Amsterdam
Galerie Hamer präsentiert derzeit "Cuba Outside", mit Arbeiten von fünf Außenseiterkünstlern des Riera Studio-Ateliers in Havanna. Dies ist mehr