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1.
11.08.2009
1. "SeelenLaute"-Selbsthilfefest in Saarbrücken ein großer Erfolg
Kulturprogramm mit hohem Niveau vor vollem Haus
Saarbrücken. Die letzten der rund 60 Besucher mussten auf der Treppe vor der Eingangstür des Tageszentrums im alten Johannishof Platz nehmen, so gut war das erste „SeelenLaute“-Fest in der Mainzer Straße 30 am 7. August 2009 besucht. Unter dem Motto „Neue Selbsthilfezeitschrift am Saarlandhimmel“ hatten die Kreativ-Selbsthilfegruppe „SeelenLaute”-FRSPE (Freie Redaktionsgruppe saarländischer Psychiatrie-Erfahrener) und das Saarbrücker Tageszentrum „StaPE“ (Saarländisches Tageszentrum Psychiatrie-Erfahrener für selbstbestimmte Alltagsgestaltung) zu einem Sommerfest eingeladen.
Selbst aus Homburg waren Gäste angereist und auch eine 81-jährige Seniorin vom Rastpfuhl ließ es sich nicht nehmen, den Weg in „ihren alten Johannishof“ zu machen und freute sich an den Darbietungen und über die Herzlichkeit im Haus. Die Saarbrücker Presse war mit einem Bildreporter zugegen.

Neben einer Vorstellung der neuen Ausgabe der Zeitschrift „SeelenLaute“ mit interessanten Vorträgen daraus, gab es ein außergewöhnliches Kulturprogramm. Das Trommlerensemble Carmela Cascio ließ den Johannishof „beben“. Eine deutsch-französische Autorenlesung reflektierte das Thema Liebe und dadaistisches Kabarett lockerte das begeisterte Publikum auf. Exklusiv an diesem Abend zeigte die Saarbrücker Künstlerin Gertrud Hessedenz -inzwischen Mitglied im europäischen Kunstprojekt „Art-Transmitter“- ausgwählte Exponate ihres bildnerischen Werkes. Hier bestach vor allem das filigran gearbeitete Aquarell „Spinnennetz“. Und auch das Gitarrenkonzert mit dem Burbacher Musiker Thomas Ehrler, der lebendige Eigenkompositionen vortrug, bewies hohes künstlerisches Niveau.

Für die Einrichtung sprach Vita Zingale, die am Eingang gemeinsam mit einem Nutzer jeden Gast persönlich mit einer Rose empfing, die Begrüßungsworte. Frau Zingale brachte ihre Freude zum Ausdruck, mit diesem integrativen Abend neue Impulse für das Tageszentrum in der Saarbrücker City setzen zu können. Man erkenne den hohen Wert und die Wichtigkeit kreativ-musischer Beschäftigung von Betroffenen im Rahmen von „Hilfe zur Selbsthilfe“, als ein Weg von Gesundung und Verwurzelung ins „normale“ Leben. Man werde versuchen, die musischen Angebote des Hauses zu erweitern. So sind für nächste Jahr neben dem bestehenden Klavierunterricht und den zwei Trommlerkursen eine Literaturgruppe und Einzelveranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen geplant. Von der Kreativ-Selbsthilfegruppe „SeelenLaute“ habe man gute Anregungen erhalten und will die sympathische Zusammenarbeit fortsetzen, aber auch auf andere Initiativen vermehrt zugehen.

Gangolf Peitz, der als Kulturschaffender und Sozialhelfer schon Jahre in der regionalen und bundesweiten Selbsthilfe mitarbeitet und im Saarland mit Betroffenen 2008 das Projekt „SeelenLaute“ als Selbsthilfegruppe mit der gleichnamigen Zeitschrift gründete, zeigte sich gleichfalls sehr zufrieden über Verlauf und Inhalt des Abends.
Peitz in einem Presseinterview: „Es ging bei diesem ersten SeelenLaute-Fest, das wir als Informations- und Kulturabend konzipiert hatten, darum, zu zeigen, dass die saarländische Selbsthilfe in diesem Bereich aktiv lebt und mit neuen Initiativen und Ideen noch vielseitiger geworden ist.“ Es gelte nun, optimierte Koordination und adäquate lokale und regionale Kooperationen anzustreben. Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen hätten oftmals ein immenses und sehr individuelles musisches Potential, was sinnvoll gesundheitlich und sozial nutzbar sei und intensive Unterstützung verdiene. Man wolle hier eben kein therapeutisches Musizieren, kein ergotherapeutisches Malen oder gar Literaturbeschäftigung „wie es sich der Doktor vorstellt“ praktizieren. Vielmehr will man spannende Kunst von Betroffenen professionell präsentieren, sensiblen AutorInnen zu Veröffentlichungen bzw. auf die Bühne verhelfen oder auch Musikern neue Freiräume eröffnen, losgelöst von irgendwelchem „Krankheits- oder Problemhintergrund“. Gerade der Kreativansatz in der Selbsthilfe habe sich in jüngster Zeit bewährt, selbstbestimmte Wege der Genesung und gesellschaftlichen Integration zu finden. Veranstaltungen dieser Art sollen überdies helfen, in der Öffentlichkeit bestehende Voruteile gegenüber Menschen mit seelischen Erkrankungen und Berührungsängste abzubauen.

Nach dem offziellen Teil war das kalte Buffet eröffnet. Bis kurz vor Mitternacht wurde gefeiert, wurden neue Kontakte geknüpft, Erfahrungs- und Meinungsaustausch gepflegt. Mitarbeiter und Gäste musizierten in spontanen Einzel- und Gruppenaktionen mit NutzerInnen des Tageszentrums. Die Erwartungen zum ersten Fest wurden weit übertroffen.

„Kulturelle Zeitschrift der Selbsthilfe – kritisch, unabhängig, anders”, so lautet der Untertitel der Zeitschrift „SeelenLaute“. Das sich spannend lesende und als freies Diskussionsforum von und für Betroffene konzipierte Heft versteht sich als Medium und Forum nach „innen und außen“. In der neuen Sommerausgabe der “SeelenLaute” finden sich neben Artikeln z.B. zu Psychopharmaka und Therapie ein Bericht über ein Outsiderfestival, viele Selbsthilfeinformationen, Gedichte, Literaturtipps, Terminkalender oder interessante Beiträge wie “Afrikanisches Trommeln befreit“ und diverse Künstlerportaits.
Das Heft ist gegen den Unkostenbeitrag von 2 € (in Briefmarken) erhältlich bei: Redaktion "SeelenLaute", c/o G. Peitz, Lindenstraße 21, D-66359 Bous. Für Spenden aufs Konto "SHG SeelenLaute", c/o G. Peitz, Kto.-Nr. 450063292 bei der KSK Saarlouis, BLZ 59350110 ist man dankbar.

Rund 50 Personen aus dem Saarland und darüber hinaus sind an der Zeitschrift und in der Gruppe aktiv beteiligt. Die Arbeit der „SeelenLaute“-Selbsthilfegruppe, die jeden ersten Dienstag im Monat in Saarbrücken ein offenes Redaktionstreffen zu Erfahrungsaustausch und Mitarbeit anbietet und unregelmäßig Sonderveranstaltungen durchführt, wird unterstützt von den gesetzlichen Krankenkassen im Saarland.
Das Zeitschriftenprojekt wurde inzwischen für den Deutschen Engagementspreis 2009 „Geben gibt – Bündnis für Engagement“ nominiert.

Kontakt für Interessierte: SHG „SeelenLaute“-FRSPE, pg-shg@t-online.de, Tel. 0178/2831417
Projekt
10.08.2009
Projekt "Pavillon der Sinne" in Hannover
Künstlerpavillon an der Medizinischen Hochschule
Hannover. In Hannover hat sich der gemeinnützige Verein „Pavillon der Sinne“ e.V. zum Ziel gesetzt, einen Künstlerpavillon auf dem Gelände der MHH oder in Nähe der Uniklinik zu betreiben, der verschiedenste Ateliers beinhaltet, sowie auch einen Raum zur Entspannung, der bei Bedarf aber unterschiedlich genutzt werden kann. Zudem gibt es Ausstellungsflächen, ein Podium und Therapiemöglichkeiten. Das Projekt ist im Sinne der so genannten Salutogenese ausgerichtet. Wände sind verschiebbar und Farbprojektionen möglich. Ein Café dient als Infopoint und allgemeiner Treffpunkt.
Jeder künstlerisch Aktive oder Ambitionierte, „ob aus der Psychiatrie oder nicht“, soll hier die Möglichkeit haben, kreative Workshops zu veranstalten und bildnerisch zu arbeiten.
Eine Arbeitsgruppe aus Betroffenen und Nicht-Betroffenen entwickelt seit 2004 dieses Konzept und sondiert auch Möglichkeiten, die Öffentlichkeit besser zu erreichen. Bislang ist man auf Spenden angewiesen, da die Hochschule für die Kreativarbeit keine Gelder bereit stellt.

Kontakt: Pavillon der Sinne e.V., c/o Vera Stankovic, MHH Station 53b / OE 3723, Carl-Neuberg-Str.1, 30625 Hannover. info@pavillon-der-sinne.de
www.pavillon-der-sinne.de
Sonne, Wind und Regen beim 1. Art-Boot-Camp
10.08.2009
Sonne, Wind und Regen beim 1. Art-Boot-Camp
Art-Transmitter fordert Kreative
Vom 7. bis 9. August fand das 1. Art-Boot-Camp von Art-Transmitter in Dortmund statt. Geladen waren die Künstler Lisa Urban und Max Stricker, beide Hamburg. Guido Wessel, 2. Vorsitzender von Art-Transmitter begleitete die beiden Künstler während der Arbeit und brachte auch eigene künstlerische Ideen und Werke ein. Ziel des Camps ist der Austausch unterschiedlicher Positionen durch gemeinsame künstlerische Arbeit und Diskussion. Guido Wessel: „Das Camp ist kein Freizeitpark! Wir haben bewusst ein enges Zeitfenster geschaffen in dem die Künstler gezwungen sind, sich konzentriert mit Werken und Meinungen auseinander zu setzen. Da zeigen sich schnell Grenzen – künstlerische und körperliche.“

Einen genauen Bericht hier
weitere Informationen (PDF)
web.me.com/guidowessel/Malen-im-Dialog/Start.html
Termine

15.11.2017
Pop-Up Outsider Art in Rotterdam
Dezember 2017 neues Museum
Rotterdam (Niederlande). In Rotterdam eröffnet Stichting Cultureel Rijk ein temporäres Museum der Outsider Art. „The Pop-Up Grow Big Museum“ zeigt im mehr
02.11.2017
„Kunst und Psychiatrie“-Symposion am 15.11. in Echternach

Echternach (Luxemburg). Wie PSYCHART asbl aus Luxemburg mitteilt, veranstaltet man ein 6. Symposion „Kunst und Psychiatrie“ am 15. November 2017 von 1 mehr
27.10.2017
28.10. – 30.12.2017
"Cuba Outside" in Amsterdam
Galerie Hamer präsentiert derzeit "Cuba Outside", mit Arbeiten von fünf Außenseiterkünstlern des Riera Studio-Ateliers in Havanna. Dies ist mehr