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Einfache Putzfrau, ungewöhnliche Künstlerin - Séraphine Louis
09.01.2010
Einfache Putzfrau, ungewöhnliche Künstlerin - Séraphine Louis
Museum Charlotte Zander zeigt Art Brut, Kunst der Naive und Outsider Art
Bönnigheim/Baden-Württemberg. Das Museum Charlotte Zander beherbergt seit 1996 eine einzigartige Privatsammlung in der Kombination Kunst der Naive, Art Brut und Outsider Art, die 4000 Gemälde und Skulpturen umfasst. Die Sammlung von Charlotte Zander befindet sich in Schloss Bönnigheim (zwischen Heilbronn und Stuttgart gelegen) und ist täglich, außer montags, zu besichtigen. Die ständige Präsentation verteilt sich im großzügigen historischen Ambiente auf 43 Säle mit 2000 qm Ausstellungsfläche.

Im Mittelpunkt stehen die Maler der klassischen französischen Naive mit Exponaten von Henri Rousseau, André Bauchant, Camille Bombois, Séraphine Louis und Louis Vivin. Weiterer Schwerpunkt: Europäische, amerikanische und russische Klassiker der Naive wie Adolf Dietrich, Ivan Generalić, Niko Pirosmani, Nikifor, Morris Hirshfield, Matija Skurjeni und Adalbert Trillhaase. Neben den bedeutendsten Werken internationaler Künstler der Art Brut, z.B. Adolf Wölfli, Carlo Zinelli, die Künstler aus Gugging, ist auch die Outsider Art vertreten, mit Friedrich Schröder-Sonnenstern, Anselme Bois-Vives, Scottie Wilson, Ilja Bosilj, Pietro Ghizzardi und Sava Sekulić.

Aktuell zeigt das Haus in einer Sonderveranstaltung Werke von Séraphine Louis, im Kontext mit dem Kinostart des Künstlerfilms Séraphine (17.12.2009). Die Malerin Séraphine Louis (1864-1942) war eine ungewöhnliche Künstlerin: als einfache Putzfrau und Autodidaktin entsprach sie nicht den konventionellen Vorstellungen des akademischen und intellektuellen Künstlerlebens ihrer Zeit. Zahlreiche internationale Ausstellungen, die aktuelle Publikation des Werkverzeichnisses und insbesondere der Film Séraphine des Regisseurs Martin Provost belegen die bis heute ungebrochene Faszination für ein außergewöhnliches Lebenswerk.

Museum Charlotte Zander
Schloss Bönnigheim
Hauptstraße 15, D-74357 Bönnigheim
Tel.: 07143 4226, Fax: 07143/4220
cynthia.thumm@sammlung-zander.de
www.sammlung-zander.de
Russische Outsider Art in Moskau
06.01.2010
Russische Outsider Art in Moskau
Besondere Sammlung seit Perestroika
Moskau/Russland. Die Sammlung des Moskauer Museums für Outsider Art wurde, eher unspektakulär, im Jahr 1989 gegründet. Die Perestroika hatte die öffentliche Aufmerksamkeit auf neuen Ideen in der Kunst wie auch auf die Situation von Menschen mit Behinderungen in der sowjetischen Gesellschaft gelenkt. 1990 wurde die erste Ausstellung russischer Kunst von Künstlern mit geistigen und psychischen Beeinträchtigungen gezeigt. Diese war sehr erfolgreich und reiste in mehrere europäische Hauptstädte. Darüber erhielten die russischen Organisatoren Kontakt zur im Westen bekannten Art Brut, die in der ehemaligen Sowjetunion offiziell unbekannt war.

Das erste russische Museum für Outsider Art wurde 1996 eröffnet. Seitdem ist der Sammlungsfundus stetig gewachsen, sodass man 2000 neue Räumlichkeiten in Moskau bezog. Heute ist dieses besondere Museum ein Haus, das sich exklusiv dem Sammeln und Ausstellen von Outsider Art in Russland widmet. In den Jahren zuvor wurde die Sammlung in der ehemaligen Sowjetunion gezeigt, sowie in Deutschland, Luxemburg, in der Schweiz, Ungarn, Bulgarien, Südafrika, Peru und in den Vereinigten Staaten.

Eigenwillig erscheint der dortige Umgang mit den Definitionsbegrifflichkeiten zu Outsider Art, wie Kunstkenner aus Westeuropa anmerken. Er sei aus der anders gelagerten Historie zu verstehen. Gleichwohl wird der Faszination über viele einzigartige und hochwertige Exponate der in dieser Moskauer Sammlung vertretenen russischen Künstler Ausdruck verliehen.

Adresse, Kontakt und weitere Informationen:

Russian Museum of Outsider Art
105043 Russia, Moscow, Izmailovski blvd. 30
Tel./fax: (095) 465-6304, (095) 164-3738
E-mail: outsider@izmaylovo.ru
Direktor: Vladimir Abakumov
www.museum.ru/outsider/
«Keine Katastrophe ohne Idylle, keine Idylle ohne Katastrophe»
02.01.2010
«Keine Katastrophe ohne Idylle, keine Idylle ohne Katastrophe»
Aktuelle Ausstellung im St. Gallener Museum im Lagerhaus
St. Gallen/Schweiz. Mit der bis 30. Januar 2010 im Museum im Lagerhaus St. Gallen zu sehenden Ausstellung aus dem Sammlungsbestand soll dem Begriff der ‚Kultur‘ die ‚Natur‘ und mit ihr die ‚Idylle‘ entgegengesetzt werden. Wie zerbrechlich diese ist, belegt das Titelzitat von Harald Szeemann zur Charakterisierung des Werkes von Adolf Wölfli.

Das Schweizer Museum zeigt hierin brisante, spannende Werke aus allen Bereichen, von so genannter Naiver Kunst über Art Brut bis zu Outsider Art. Die Exposition umfasst Klassiker sowie Neuzugänge und nie gezeigte Werke der Sammlung.
Zu sehen sind beispielsweise Bilder von Adolf Wölfi (1864-1930, Bewohner der psychiatrischen Anstalt Waldau bei Bern), von Konrad Zülle (1918-1988), Niklaus Wenk (geb. 1913), von „Angelus“ (1910-1993) und Hedi Zuber (1916-1996). Kaum ein Name wird so sehr mit „schweizerischer“ Art Brut identifiziert wie der von Hans Krüsi oder der des Zementplastikers Ulrich Bleiker, die hier gleichfalls mit ihrem künstlerischen Werk präsentiert sind.

Das Museum im Lagerhaus wurde 1988 eröffnet. Träger ist die Stiftung für schweizerische Naive Kunst und Art Brut, die im gleichen Jahr von drei Sammler-Ehepaaren errichtet worden ist. 20 Jahre lang haben Simone Schaufelberger als Leiterin und ihr Mann als Präsident des Stiftungsrates das Museum weitgehend ehrenamtlich geführt und eine umfangreiche Sammlung aufgebaut. Stiftung und Museum haben zum Ziel, Interesse und Verständnis für die verschiedenen Bereiche der Outsider Art zu wecken und zu fördern. Ausstellungen in St. Gallen und anderorts, die Beteiligung an Ausstellungen anderer Institutionen sowie der Ausbau der stiftungseigenen Sammlung sind auf diese Zielsetzung ausgerichtet. Das Museum im Lagerhaus führt jährlich mindestens vier Wechselausstellungen durch. Daneben werden ständig Werkgruppen aus der Stiftungssammlung gezeigt, die in regelmäßigen Abständen ausgewechselt werden. Finanziert werden Stiftung und Museum durch Subventionen von Kantonen und Gemeinden, durch Sponsoring und durch verschiedene Betriebseinnahmen. Dazu kommen jährlich wiederkehrende Beiträge mehrerer hundert privater Gönnerinnen und Gönner.

Adresse und Kontakt:
Museum im Lagerhaus, Stiftung für schweizerische Naive Kunst und Art Brut, Davidstrasse 44, CH-9000 St. Gallen
Telefon +41 (0)71 223 5857
Fax +41 (0)71 223 5812

Öffnungszeiten:
Di bis Fr 14–18 Uhr; Sa/So 12–17 Uhr
www.museumimlagerhaus.ch
Termine

04.12.2017
Neues und Unbekanntes aus der Sammlung Prinzhorn
Mittwoch, 13.12. in Heidelberg
Heidelberg. Museum Sammlung Prinzhorn lädt zu r Eröffnung der Ausstellung „Das Team als Kurator“ für Mittwoch, den 13. Dezember 2017 um 19.00 Uhr ein. mehr
02.12.2017
Lesung "Schokolade und Stein" am 12.12. in der Villa Gugging
Autobiografischer Roman von Edi Goller mit August Walla-Bezug
Maria Gugging (Österreich). "Schokolade und Stein" heißt die Buchpräsentation und Lesung mit Autorin Edi Goller, am 12. Dezember 2017 um 19. mehr
01.12.2017
Ody Saban-Retrospektive in Paris
07.-23.12. bei Galerie Claire Corcia
Paris. Die mit ihren Werken bisweilen selbst für Outsider Art-Präsentatoren „zu extreme“ Außenseiterkünstlerin Ody Saban zeigt vom 7. bis 23. Dezember mehr