Nachrichten
KUNST IN DER psychiatrischen KLINIK Marsberg
29.09.2010
KUNST IN DER psychiatrischen KLINIK Marsberg
Von Künstlern geleitete Kreativ-Workshops für Kinder und Jugendliche
Marsberg. KUNST IN DER KLINIK ist ein kontinuierliches Projekt für und mit jungen PatientInnen der Westfälischen Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im nordrhein-westfälischen Marsberg. Jedes Jahr in den Sommerferien können Kinder und Jugendliche unter der Anleitung von KünstlerInnen ihren Ideen eine Form geben und sie einem Publikum zeigen. Workshops mit Steinbildhauerei, Videowerkstatt, Comic-Werkstatt, Marionettenbau, Aquarellmalerei, Kreativem Schreiben und Improvisationstheater wurden in den vergangenen Jahren hier bereits angeboten.

Die Workshops sind kein zusätzliches Therapieangebot, sondern bieten offenes Atelier, Werkstattatmosphäre, handwerklich und künstlerisch gestaltende, "richtige" Arbeit abseits und außerhalb des therapeutischen, schulischen, klinischen Alltags und des so genannten Krankseins. Ausdruck und spielerisch-kreative Bewältigung eigener Befindlichkeit und Weitsicht in einer besonderen Lebenssituation, mit künstlerischen Mitteln, die von KünstlerInnen zugänglich gemacht werden, so lauten die Ziele. Die Präsentation der Ergebnisse hilft Vorurteile und Berührungsangst gegenüber Psychiatrie und psychisch Kranken abzubauen.
Dabei ist es auch ein Anliegen von KUNST IN DER KLINIK Marsberg, an die behinderten und psychisch erkrankten Kinder zu erinnern, die an diesem Ort im Rahmen der “Euthanasie”-Aktion von deutschen Ärzten in der NS-Zeit umgebracht worden sind. Das Projekt soll als lebendiges, auf die Zukunft gerichtetes Mahnmal das Überleben und die Zukunft feiern.
Beat It! - Neue Werke von Gangolf Peitz bis 4.12. in Saarbrücken
28.09.2010
Beat It! - Neue Werke von Gangolf Peitz bis 4.12. in Saarbrücken
Art-Transmitter-Künstler partizipiert bei Ausstellung des Malclub-Saar
Saarbrücken. Über 150 Gäste besuchten am 26. September 2010, dem Tag der Bildenden Kunst in Saarbrücken, die Gemeinschaftspräsentation des Malclub-Saar in der saarländischen Landeshauptstadt. Mehrere regionale Art-Transmitter-Künstler nutzen als Mitglied dieser traditionsreichen Künstlervereinigung die professionellen Atelier- und Galerieräumlichkeiten im „Alten Casino“ in Saarbrücken-Burbach.
Art-Transmitter-Künstler Gangolf Peitz stellte an diesem Sonntag neue Kleinaquarelle aus seiner populären „musikalischen Sequenz“ vor. Bis 4. Dezember können fünf Exponate von Peitz, darunter seine jüngsten Arbeiten „Beat it!“, „Tour Sarre“ und "Katzenjammer" (unser Bild), hier zu den Atelierzeiten besichtigt und auch vor Ort erworben werden. Die Gemeinschaftsausstellung in der Hochstraße 63 beim Malclub-Saar e.V. ist mittwochs und samstags von 14 bis 18 Uhr zu sehen, Führungen sind mittwochs um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Informationen über den Malclub-Saar (Tel. 0681 49601) auf www.malclub-saar.de, ausgewählte Werke von Gangolf Peitz in der Sammlung Art-Transmitter finden Sie hier:
www.art-transmitter.de/index.php?tp=303&start=20&cat=&i=3&artist=124
 „art/brut: gugging classics.!“ bis 10. Oktober in Weimar
28.09.2010
„art/brut: gugging classics.!“ bis 10. Oktober in Weimar
Neues Museum Weimar zeigt Art Brut aus Österreich
Weimar. Noch bis zum 20. Oktober 2010 ist im Neuen Museum Weimar die seit 24. August laufende Ausstellung „art/brut: gugging classics.!“ mit Werken aus der Sammlung des Museum Gugging in Österreich zu besichtigen.

Künstlerisch Gestaltetes von Außenseitern der Gesellschaft innerhalb und außerhalb psychiatrischer Mauern wurde bereits im 19. Jahrhundert beschrieben, aber erst zu Beginn der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts wagte der Schweizer Psychiater Walter Morgenthaler, die Werke seines Patienten Adolf Wölfli als "Kunst" zu bezeichnen. In einem analogen Sinn bahnbrechend wurde das Werk des Heidelberger Arztes und Kunsthistorikers Hans Prinzhorn („Bildnerei der Geisteskranken“, 1922), der das spontane Schöpfen der schizophren Erkrankten sogar über die „rationalen Ersatzkonstruktionen“ der großen Künstler stellte. Der Nationalsozialismus, der eine Zäsur für die Forschung und Wertung dieser Kunst bedeutete, unterbrach die weitere Entwicklung, bis die Kunstgeschichte – mit Jean Dubuffet– die Art Brut wiederentdeckte und in ihr Repertoire integrierte.

Bereits in den fünfziger Jahren interessierte sich der in einer Klinik bei Wien tätige Psychiater Leo Navratil für die Zeichnungen seiner Patienten, in der Hoffnung, mehr über ihre Krankheit zu erfahren. Seine Arbeit und seine Veröffentlichungen weckten das Interesse der Kunstwelt: 1970 bekamen die Gugginger Künstler ihre erste eigene Ausstellung in der Wiener Galerie nächst Sankt Stephan. 1981 brachte Navratil seine künstlerisch begabten Patienten im „Zentrum für Kunst-Psychotherapie“ unter einem Dach zusammen und organisierte Ausstellungen in ganz Europa. Die Werke der „Gugginger Künstler“ gingen in bedeutende private und museale Sammlungen.

Seit 1986 ist der Psychiater und Bildhauer Johann Feilacher, künstlerischer Direktor dieses nun in „Haus der Künstler“ umbenannten Zentrums. Der Patientenstatus wurde aufgehoben. 1990 erhielt die Gruppe aus Gugging den Oskar-Kokoschka-Preis für Verdienste um die zeitgenössische Kunst. Es wurde eine eigene Galerie gegründet, die ihre Werke weltweit vertritt und in ihrem Besitz ist. 2006 konnte Feilacher ein eigenes „museum gugging“, direkt neben dem „Haus der Künstler“ eröffnen. Zusammen mit der „Privatstiftung – Künstler aus Gugging“, die eine eigene Sammlung aufbaute, ist dieses Museum zu einem sehr "lebendigen" Art Brut-Zentrum geworden, das sowohl die Hauptwerke der Gugginger Künstler – die gugging classics – versammelt wie auch internationale Kunstströmungen präsentiert.

Rund 120 Werke der bedeutendsten Künstler aus Gugging, darunter die „Stars“ wie Johann Hauser, August Walla und Oswald Tschirtner, werden vom Kunstfest Weimar 2010 im Neuen Museum präsentiert. Kurator ist Johann Feilacher. Diese Ausstellung in Weimar wird eigens für das Kunstfest zusammengestellt. Die Zeichnungen, Malereien, Objekte und Radierungen stammen zum Teil aus der Sammlung „Privatstiftung– Künstler aus Gugging“, aber auch von privaten Leihgebern und der galerie gugging.

Vom 21.-23.8 und vom 8.-10.10.2010 findet in der Galerie Profil Weimar, Geleitstr. 8, eine Verkaufsausstellung mit graphischen Arbeiten Gugginger Künstler statt.

Neues Museum Weimar, Weimarplatz 5, 99423 Weimar. Dienstag bis Sonntag geöffnet von 11.00 bis 18.00 Uhr. Weitere Informationen unter
www.kunstfest-weimar.de
Termine

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Pop-Up Outsider Art in Rotterdam
Dezember 2017 neues Museum
Rotterdam (Niederlande). In Rotterdam eröffnet Stichting Cultureel Rijk ein temporäres Museum der Outsider Art. „The Pop-Up Grow Big Museum“ zeigt im mehr
02.11.2017
„Kunst und Psychiatrie“-Symposion am 15.11. in Echternach

Echternach (Luxemburg). Wie PSYCHART asbl aus Luxemburg mitteilt, veranstaltet man ein 6. Symposion „Kunst und Psychiatrie“ am 15. November 2017 von 1 mehr
27.10.2017
28.10. – 30.12.2017
"Cuba Outside" in Amsterdam
Galerie Hamer präsentiert derzeit "Cuba Outside", mit Arbeiten von fünf Außenseiterkünstlern des Riera Studio-Ateliers in Havanna. Dies ist mehr