Nachrichten
02.03.2012
Letzte Chance sich zu beteiligen
Frist für psychokulturelles Filmprojekt endet am 9. März
Frankfurt a.M. Das psychokulturelle Filmprojekt "DIE META-MORPHOSE" hat gute Chancen realisiert zu werden. Von dem benötigten Budget in Höhe von 12.500 € für die Postproduktion des Dokumentarfilmes sind über 10.000 € durch die neue Finanzierungsform "Crowdfunding" aufgebracht worden. Bis zum 9. März, da ist sich Daniel Siebert (Regie) sicher, werden die fehlenden ca. 2.000,00 € zusammen sein. Die Idee ist, die "breite Masse" (growd) für ein Projekt zu begeistern und zur Finanzierung (funding) zu motivieren. Dabei sind selbst Kleinstbeträge von 5 Euro willkommen. Crowdfunding wird damit zum Instrument der Zivilgesellschaft, bei der die "Inteligenz des Schwarms" genutzt wird. Daniel Siebert: "Wir sind für jede Art der Unterstützung dankbar. Und wer sich an dem Film nicht finanziell beteiligen kann, sollte Freunden und Bekannten davon erzählen."

Der Film über die Geschichte der META BAND und deren psychisch kranken Mitglieder, ist eine Ode an seine liebenswert-kauzigen und eigenwillig-genialen Charaktere, die sich ganz nebenbei auf eine spannende Heldenreise begeben - nach 15 Jahren Bandgeschichte steht ihr erster großer Auftritt an.
Nach erfolgtem Schnitt soll der Film auf diversen Festivals gezeigt werden und (wie die Produzenten hoffen) spätestens dann eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt von seiner Relevanz für die Ausstrahlung im Fernsehen überzeugen.

Beteiligungsmöglichkeiten und Infos unter:

www.startnext.de/meta-morphose
28.02.2012
Gegen den Sinn des Persönlichen Budgets
Presseerklärung zur Einschränkung der Rechte Behinderter im Saarland
Saarbrücken. Im Saarland soll das Recht behinderter Menschen auf ein Persönliches Budget eingeschränkt werden. Betroffenen soll zukünftig verwehrt sein, sich selbstbestimmt Hilfen im Bereich Alltagsgestaltung zu organisieren. Nach Auffassung des Landesamtes für Soziales hätten diese Hilfen ihren Zweck nicht vorrangig in der Eingliederung behinderter Menschen, sondern dienten nur dem allgemeinen Wohlbefinden. Die definierten Rechte von BürgerInnen mit Behinderungen sollen hier eingeschränkt werden, konkret: integrierende Teilnahmen bei VHS-Seminaren, einem Tai Chi-Kurs oder der Besuch eines Fitnesscenters seien nicht mehr budgetfähig. „Den Hilfebedarf entscheidet der Leistungsträger“ heißt es harsch von der Behörde und man rät z.B. alternativ den Besuch einer Tagesklinik. Die Informationen haben bei den Betroffenen Angst und Sorgen ausgelöst. Im Saarland sind derzeit 266 Persönliche Budgets gewährt, mehrheitlich an Menschen mit seelischen Behinderungen. Erste rechtliche Schritte gegen Ablehnungsbescheide laufen, wenngleich dies die Betroffenen zusätzlich gesundheitlich belastet.

Bestürzung äußerten u.a. Selbsthilfeverbände. Lt. LAG PE Saarland ist die neue Sicht- und Vorgehensweise des regionalen Amtes unrechtmäßig, persönliche Genesungsentwicklung und Gesundheitserhalt würden so behindert. Das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen dürfe nicht verletzt, dieses wichtige Hilfeinstrument nicht auf den Kopf gestellt werden.

Mit gemeinsamer Presserklärung vom 23.02.2012 haben sich Betroffenenverbände, Angehörige und Fachleute solidarisiert. Sie weisen darauf hin, dass der Nationale Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vorsieht, dass Menschen mit Behinderungen ein Recht auf eine selbstbestimmte und umfassende Teilhabe in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens haben sollen. Gerade die Wahlfreiheit des Persönlichen Budgets soll die Selbstbestimmung behinderter Menschen fördern. Die Unterzeichner rufen die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung im Saarland auf, ihre Pläne zurückzunehmen. Sie begrüßen in diesem Zusammenhang auch die Entscheidung des Landesbehindertenbeirats, die Verabschiedung des saarländischen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu verschieben, weil der bisherige Entwurf dem Landesbehindertenbeirat nicht weit genug geht. Die Erklärung ist unterzeichnet von der Saarbrücker Anlaufstelle für Selbstbestimmt Leben (ASL), dem Büro für Kultur- und Sozialarbeit (Bous), der Landesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener (LAG PE) Saarland, dem Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener BPE e.V., der Europäischen Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie e.V. Experten und Einrichtungen aus Gesundheit und Therapie haben sich der Kritik angeschlossen, Allgemeinpresse und Fachmedien greifen das Thema erfreulich sensibel auf.

Beispielhaft drei Kommentare aus dem BürgerInnenengagement. Vom Büro für Kultur- und Sozialarbeit (Bous) heißt es: „Das ist der Weg in die falsche Richtung. Es darf nicht sein, dass Idee, Wirkung und Zielführung (des PB) verfälscht werden. Die Gehandicapten wollen (und sollen) ja ..raus aus Klinik, WfB, Wohn- und Tageseinrichtung, Reha oder Krankengymnastik. Sogar unter finanziellem Aspekt erscheint die mitgeteilte Denkweise verkehrt und rückschrittlich.“ Die Saarbrücker ASL verweist zusätzlich auf die Mitteilungen vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, wonach die behinderten BürgerInnen als Experten in eigener Sache entscheiden sollen, welche Hilfen für sie am besten sind und welcher Dienst und welche Person zu dem von ihnen gewünschten Zeitpunkt eine Leistung erbringen soll.
Dipl.-Psychologe Martin Urban (Esslingen), mit langjähriger Expertenerfahrung auch im Saarland, beurteilt die Vorgänge noch drastischer: „Aus meiner Sicht ist es dies aus juristischer Sicht ein Unding und aus humanitärer Sicht eine Katastrophe, dass dieses fortschrittlichste aller Gesetze im psychosozialen Bereich -das zum Persönlichen Budget- gegen den Sinn des Gesetzestextes … eingeschränkt und beschnitten wird. Das ist ein schweres Unrecht gegenüber den Betroffenen und ihren Grundrechten, und darf daher nicht unwidersprochen hingenommen werden!“

Nachdem die aktuelle Problematik im Persönlichen Budget bekannt wurde, zeigte sich die Behörde plötzlich zum Gespräch mit Interessenvertretern bereit. Diese verdeutlichten dem Amt erneut, dass das Persönliche Budget nicht zu Lasten kranker und behinderter Menschen entfremdet werden dürfe.
Chaosium - Soziokulturelle Theaterarbeit aus Kassel
25.02.2012
Chaosium - Soziokulturelle Theaterarbeit aus Kassel
Haben Sie schon einmal einen Auftritt des Theater Chaosium erlebt?
Kassel. Wenn Sie das Theater Chaosium erleben, werden Unterscheidungskriterien unwichtig. Zumindest auf der Bühne ist es gut, dass jeder so “verrückt” und so “normal” sein darf, wie es das Stück erfordert. Die gemeinsame Arbeit von Menschen mit und ohne Psychoseerfahrung ist für die Theatergruppe selbstverständlich. Einer der Schauspieler formuliert es so: „Es gibt hier kein krank oder gesund mehr..“ Seit Jahren betreibt die Einrichtung zwei Ensembles und hat sich nicht nur in der Kasseler Theaterszene einen Namen gemacht. Für die kontinuierliche Arbeit hat man 2006 den Kasseler Kulturförderpreis erhalten. Beide Ensembles erarbeiten jährlich je eine Produktion.

Die Theatergruppe Chaosium bietet eine intensive Auseinandersetzung mit Theater. Der gemeinsame Erfindungsprozess ermöglicht den Spieler/innen persönliche Erfahrungen einzubringen, eigene Ideen und Darstellungsformen zu entwickeln und szenisch umzusetzen. Im Chaosium Dienstagsprojekt spielen in erster Linie Menschen, die stärker in ambulante psychosoziale Hilfsangebote eingebunden sind. Das Dienstagsprojekt hat sich gerade in den letzten Jahren als Geheimtipp in der Kasseler Theaterlandschaft etabliert. Grundlage der Arbeit ist ein Theatertraining in den Bereichen Körper, Bewegung, Stimme, szenisches Spiel und Improvisation. Stücke werden in einer umkreisenden Suche um ein selbst gewähltes Thema bzw. im frei assoziativen Umgang mit literarischen Vorlagen entwickelt.

Chaosium gehört in Deutschland zu einer eher kleinen Gruppe von kontinuierlichen Theaterangeboten, die sich an Menschen mit und ohne Psychiatrie- und Psychoseerfahrungen richten und dabei einen künstlerischen und kulturell-emanzipatorischen Ansatz verfolgen.Weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt, war das Ensemble schon auf internationalen Festivals z.B. in München und Padua vertreten. Im Jahr 2010 feierte Theater Chaosium sein 20jähriges Bestehen mit dem europäischen Festival „Theaterwahn“.

Theater Chaosium
c/o Dirk Radunz – Kantstraße 10 – 34121 Kassel
Teleon: 0561 22838 – mobil: 0172 995 945 8
E-Mail: info@theater-chaosium.de
www.theater-chaosium.de
Termine

04.12.2017
Neues und Unbekanntes aus der Sammlung Prinzhorn
Mittwoch, 13.12. in Heidelberg
Heidelberg. Museum Sammlung Prinzhorn lädt zu r Eröffnung der Ausstellung „Das Team als Kurator“ für Mittwoch, den 13. Dezember 2017 um 19.00 Uhr ein. mehr
02.12.2017
Lesung "Schokolade und Stein" am 12.12. in der Villa Gugging
Autobiografischer Roman von Edi Goller mit August Walla-Bezug
Maria Gugging (Österreich). "Schokolade und Stein" heißt die Buchpräsentation und Lesung mit Autorin Edi Goller, am 12. Dezember 2017 um 19. mehr
01.12.2017
Ody Saban-Retrospektive in Paris
07.-23.12. bei Galerie Claire Corcia
Paris. Die mit ihren Werken bisweilen selbst für Outsider Art-Präsentatoren „zu extreme“ Außenseiterkünstlerin Ody Saban zeigt vom 7. bis 23. Dezember mehr